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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Kuriositätenkabinett, Teil 1

Das Leben ist echt komisch, findet Bloggerin Sarah Rüegger. Und als Low Budget Girl sammelt sie gerne Komisches.
Grapefruit Blog Themenbild
© iStockphoto

Kuriose Feststellung unserer Bloggerin: Ohne Grapefruits wird sie krank. Sofort.

Manchmal muss man sich einfach wundern. Ich schaue ab und zu ja gerne etwas genauer hin, und so entstehen in meinem Kopf stetig neue Listen. Unter ihnen: Dinge, die so richtig kurios sind.

Kurios 1.1: In den vergangenen Wochen wunderte ich mich etwa über die magische Wirkung von Grapefruits. Ja, ich hatte im vergangenen Spätherbst Ambitionen entwickelt, jeden Morgen nach dem Aufstehen mindestens eine halbe zu verspeisen. Offenbar soll das super sein für Stoffwechsel und Immunsystem. Und tatsächlich brach mit dieser Praxis eine neue Ära für mich an. Ich fühlte mich fit, war super leistungsfähig und gut gelaunt und das schon vor 10 Uhr morgens. Ich umschiffte die Grippewelle und hatte endlich etwas, auf das ich am Morgen wirklich Appetit hatte. Nur: Nach den Festtagen vernachlässigte ich meine neugewonnene Tradition, da ich mal wieder nur unterwegs war. Resultat: Den ganzen Januar kam ich nicht mehr aus dem Bett, fühlte mich gestresst, war reizbar (okay: unausstehlich), war vergesslich und trage seit über einer Woche eine fette Erkältung aus Paris mit mir rum, garniert mit unansehnlichen Fieberblasen, die bei mir unvermeidlich mit Schnupfen einhergehen. Super. Grapefruits sind wieder eingeführt und mit ihnen Zink- und Vitamin C-Pillen, sicher ist sicher. Wirklich krass bis kurios, dieser extreme Zusammenhang von Fruchtentzug und Immuncrash.

Kurios 1.2: Letztens stiess ich online auf einen Artikel, der tatsächlich der Qualität von Vernunftsbeziehungen huldigte. So stand da, dass so etwa die gleichen Vorstellungen vom Leben  haben und der blosse Wille eine Beziehung zu führen ausreichen sollen, eine wirklich gesunde Beziehung zu führen. Nach dem berühmten «Klick» oder gar nach verrückten Gefühlen und Kribbelzeugs im Bauch zu suchen, sei für die meisten Singles eh aussichtslos und dabei auch irgendwie unreif, sagen offenbar irgendwelche Psychologen.
Ich wusste gar nicht, worüber ich mehr wundern sollte: Dass die Zeitung dieses Konzept als etwas Neues darstellte oder dass sie sämtliche ab 30-jährigen Singles aller Hoffnung auf eine halbwegs aufregende Liebe berauben will. Ich dachte eigentlich immer, dass wohl ziemlich viele Beziehungen ohnehin vor allem um der Beziehung Willen geführt werden und nicht aufgrund unkontrollierbarer Gefühle oder unaussprechlicher Anziehungskraft und Verbundenheit. Für viele Paare ist oft die Gründung einer Familie Grund genug für ein Zusammensein, vielleicht noch die Einigkeit über die Anzahl Kinder und den Wohnort. Manche gehen auch einfach eine Beziehung ein, weil sie nicht alleine sein können oder wollen. Manchen reicht Geld oder sozialer Status als Grund. Wahrscheinlich ist das Vernunftsprinzip sogar die häufigste Basis in Beziehungen. Das ist auch völlig legitim, aber lasst doch denen, die sich damit nicht abgeben wollen und beim Ausbleiben des viel beschworerenen «Klicks» einfach alleine bleiben, die Suche nach etwas jenseits der Vernunft, okay? Ts, kurios.

Kurios 1.3: Auch gewundert habe ich mich letztens beim Essen in einem halböffentlichen Lokal. Kennt ihr auch Leute, die auch als Erwachsene ihr Besteck nicht richtig halten können? Ich rede hier nicht von denen, die ab und zu unbedacht die Gabel in die rechte Hand nehmen oder mit dem Hauptspeisenmesser den Vorspeisensalat an die Gabel schieben. Ich meine jene, die eine Gabel halten, als wäre sie ein Stock beim Diabolospiel. Das heisst, die Gabel liegt nicht elegant in der nach oben gedrehten Hand und wird beim Schneiden vom Zeigefinger geführt, sondern sie befindet sich im Würgegriff einer geschlossenen Faust und wird zwischen Schneiden und zum Mund führen irgendwie gar nie gedreht. Der Genussakt des Speisens sieht so aus wie ein Schaufeln. Kleinkinder dürfen so essen - du nicht. Äusserst kurios.

Kurios 1.4: Wo steckt eigentlich der Valentinstag? Als ich diesen Blog schreibe, ist Freitagnachmittag, Samstag sollte eigentlich der Pralinengrosskampftag sein, doch weder in der Werbung, noch auf der Facebook-Timeline und nicht einmal in der Valentins-Hochburg, dem Hauptbahnhof (Scheisse-ist-das-heute-schon-Last-Minute-Geschenke), deutet sich eine grössere Rosen-und Herzschlacht an. In meiner Stamm-Migros waren meines Wissens keine Schokoherzen im Angebot und auch sonst: Die Floristenweihnacht schlich sich dieses Jahr verdächtig ruhig an. Lediglich Xenia Tchoumitcheva (who else?) hat ein Bild von sich (who else?) neben einem Herzballon auf ihr Profil gestellt (wer fotografiert sie da eigentlich immer?), und diese Geschenke-Firma, wo in der Werbung immer zum Schluss winselnde Frauen mit roten Schachteln beschenkt werden, liefen etwas häufiger am TV. Teil eines grösseren Plans? Oder haben dank «Fifty Shades of Grey» Handschellen, Peitschen und Kabelbinder Süssigkeiten und einfallslose Sträusse abgelöst? Jedenfalls: Äusserst verdächtig. Und kurios.

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