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DER «TELE»-STREAMING-TIPP DER WOCHE

«The Feed»: Hacker im Hirn

Ihr liebt Filme und Serien, wisst aber nicht, was ihr als nächstes schauen sollt? Kein Problem: Die Zeitschrift «Tele» stellt hier jede Woche Sehenswertes vor. Heute die Sci-Fi-Serie «The Feed».

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Vereint in der Furcht vor dem «Feed»: Kate und Tom.

Studio Lambert Associates Ltd MMXIX/UPC

Dank Social Media sind die Menschen ständig miteinander verbunden. Wir tauschen uns aus, teilen Geschichten, Gedanken, Bilder, Gefühle. Noch braucht es dafür Hardware. Doch was, wenn all das ohne Smartphone, Tablet oder PC ginge? Mit dieser Frage experimentiert die britische Serie «The Feed» – kreiert und geschrieben von Channing Powell («The Walking Dead»).

In einer nahen Zukunft sind die Gehirne der Menschen wie in einem drahtlosen Netzwerk miteinander verbunden: Filme, Bilder, Gespräche, ja sogar Emotionen lassen sich auch über weite Distanzen direkt in den Kopf anderer Leute schicken. Im Zentrum steht das Ehepaar Tom und Kate. Da sie der neuen Technologie misstrauen, versuchen sie sich und ihr Neugeborenes alternativ durch den Alltag zu bringen. Was dabei allerdings erschwerend hinzukommt: Toms Vater Lawrence (David Thewlis) hat das «Feed»System erfunden.

Menschen drehen reihenweise durch

Die Furcht von Tom und Kate ist nicht unbegründet: Als der «Feed» von Unbekannten gehackt wird, gerät diese verheissungsvolle neue Welt völlig aus den Fugen. Die Menschen drehen reihenweise durch und bringen sich gegenseitig um. Dass eine Technologie wie der «Feed» die konsequente Weiterentwicklung von Facebook & Co. ist, liegt für Guy Burnet, der Tom spielt, auf der Hand. «Wir zeigen die Schattenseiten davon. Es ist wie das Darknet des Internets – welches heute ja auch jeder nutzt.»

Auch Nina Toussaint-White, die Toms Ehefrau Kate verkörpert, will so etwas wie den «Feed» auf gar keinen Fall, weist aber auf dessen grenzenlosen Möglichkeiten hin: «Man könnte mit seinen Liebsten, auch wenn sie Tausende von Kilometern entfernt sind, kommunizieren, als wären sie im selben Raum.» Nicht nur kommunizieren: In einer Szene lässt sich ein Mann auf dem Bürosessel per Fernstimulation verwöhnen, als seine Assistentin hereinplatzt. Die dystopische Serie verzichtet also nicht auf den typisch britischen Humor. Auch wenn sie in bester «Black Mirror»-Manier eine zappendustere Zukunft malt – und stellenweise blutig und brutal ausfällt.

«The Feed», Sci-Fi-Serie (GB 2019), 1. Staffel. Seit 4. Oktober verfügbar bei UPC

Mehr Streaming-Tipps könnt ihr hier lesen.

Von Mischa Christen am 06.11.2019
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