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DER «TELE»-STREAMING-TIPP DER WOCHE

«Meine geniale Freundin» – Plötzlich war Lila weg

Sie lieben Filme und Serien, wissen aber nicht, was Sie als Nächstes bei Netflix & Co. schauen sollen? Kein Problem: Die Zeitschrift «Tele» stellt hier jede Woche Sehenswertes vor. Heute die italienische Bestseller Roman-Verfilmung «Meine geniale Freundin».

Tele-Streaming Tipp: Meine geniale Freundin

Gehen durchs Feuer füreinander: die Freundinnen Elena und Lila (r.).

Copyright: eduardo_castaldo

Neapel in den 1950er-Jahren, in einem Viertel am Stadtrand: Die Leute sind arm, es herrscht ein rauer Ton, der Alltag ist geprägt von Gewalt – und durch die ständige Angst vor der Mafia. Hier wachsen Elena und Lila auf. Die beiden Mädchen sind wie Tag und Nacht: Elena ist brav, ruhig und strebsam, Lila ist wild, frech und mutig. Zaghaft nähern sich die beiden an, es entsteht eine Freundschaft, die geprägt ist von Zuneigung, aber auch Rivalität.

Sechs Jahrzehnte begleiten die Frauen einander durchs Leben, bis Lila eines Tages verschwindet. Sie nimmt nicht nur all ihre Sachen mit, sondern will auch ihre gesamte Identität auslöschen.

Eine napolitanische Saga

Also setzt sich Elena hin und schreibt Lilas Geschichte, ja deren ganzes Leben auf und versucht, das Rätsel um Lilas Verschwinden zu lösen. Diese Niederschrift hat man gewissermassen in den Händen, wenn man die vierteilige neapolitanische Saga von Elena Ferrante liest.

Knapp 10 Millionen Mal haben sich die 1800 Seiten verkauft, Tendenz steigend. Wer hinter dem Pseudonym steckt, ist bis heute ein Rätsel; man munkelt, die Autorin wolle auch aus Angst vor Repressalien der Mafia anonym bleiben.

9000 Kinder für zwei Hauptrollen gecastet

Wer ihre Bücher liest, weiss: Sie hat allen Grund dazu. Nun hat HBO den ersten der vier Bände mit dem Titel «Meine geniale Freundin» verfilmt, Saverio Costanzo führte bei der achtteiligen Serie Regie.

Man hat keine Kosten und Mühen gescheut: Während acht Monaten wurden 9000 Kinder gecastet. Das hat sich gelohnt: Die 12-jährige Ludovica Nasti als freche Lila und die 11-jährige Elisa Del Genio als ruhige Elena sind enorm ausdrucksstark und tragen die ersten Folgen allein mit ihrer Präsenz.

Bereits ist die Verfilmung des zweiten Bandes in Arbeit. Und wer die Bücher gern gelesen hat, wird auch bei der Serie voll auf seine Kosten kommen.

«Meine geniale Freundin», Elena-Ferrante-Verfilmung bei Teleclub Play, 1. Staffel, seit 2.4.2019

Mehr Streaming-Tipps könnt ihr hier lesen.

Von Simone Reich am 03.04.2019