Berits Bingewatch Blog Tschüss Sommer! Heute gibt's endlich wieder «Tatort»!

Für TV-Fans ist der Sommer das schlimmste. Man muss das geliebte Sofa verlassen, raus an die Sonne und ... der «Tatort» geht in die Sommerpause. Unsere Bloggerin über den kalten Entzug in den heissen Monaten. 

Endlich, liebe Leserinnen und Leser, endlich ist der verfluchte Sommer zu Ende! Wer jetzt aufschreit und entrüstet ruft: «Die spinnt doch. Der Sommer ist toll! Sonnenlicht macht glücklich!» Der hat nur bedingt recht. Mich als TV-Süchtige macht nur ein Licht glücklich. Das meines Fernsehers. 

Im Sommer sind die Tage lang und für einen tollen Serienabend einfach zu hell. Ausserdem fordern die sommerlichen Konventionen auch von mir Fernseh-Freak ein gewisses Mass an sozialer Interaktion.

Das Ende des Sommers ist der Anfang des «Tatorts»

Also quäle ich mich Abend für Abend raus und hoffe, dass die Tage bald wieder kürzer werden und die Natur den TV-Stationen und Streaming-Diensten signalisiert: «Es ist Zeit. Zeit für neue Inhalte.» Und dann gibt es wieder zahlreiche Gründe, die Kuhle im Sofa zu vertiefen. 

In den guten, alten Zeiten läutete ein wichtiges Ereignis das Ende des Sommers ein: Das Ende der «Tatort»-Pause. Dieses Jahr haben uns die Macher von «Game of Thrones» mutig, wie sie sind, einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Wohnzimmer gehört mir allein — zumindest am Sonntag

Weil sie mit der Produktion der epischen siebten Staffel länger brauchten, startete diese nicht wie gewohnt im November, sondern erst im Juli. Was nur bedeutet, dass ich im November eine Serie weniger habe, auf die ich mich freuen kann. Bittersüss, liebe «GOT»-Verantwortliche. Bittersüss.

Und auch wenn Jon Snow versuchte, die Lücke, die sich Sommerpause nennt, zu füllen. Erst der Tatort gibt meinem Sonntagabend wieder einen Sinn. Der letzte Sonntag im August bedeutet, dass ich das Wohnzimmer einen Abend lang nur für mich habe, weil sich mein Partner leise grummelnd verzieht. Er ist keiner von uns, liebe Bingewatcher.

Niemand will Stefan Gubser synchronisiert

Er versteht nicht, warum man gern fernsieht, weniger noch, dass man gern Serien guckt und am allerwenigsten versteht er den «Tatort». Erklärungsversuche scheitern allesamt spätestens um 20.15 Uhr, weil dann die Melodie erklingt und ich nicht mehr sprechen kann. 

Und ja, liebe Leserinnen und Leser, ich schaue jeden Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD. Ausser beim Schweizer «Tatort». Da wird das SRF eingeschaltet. Stefan Gubser will sich niemand synchronisiert antun. 

Der Wiener «Tatort» macht den Anfang

Heute Sonntag, ist es also endlich soweit. Das Wohnzimmer ist leer. Das Menü ist auch schon geplant (Suppe, schliesslich ist ab «Tatort»-Start Herbst) und die «Tatort»-Planer haben mir eines der grössten Geschenke aller Zeiten gemacht. Sie starten mit den Wienern. Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krasnitzer) stehen Willkommensspalier nach der Sommerpause. Danke, «Tatort»!

Die Österreicher sind witzig, scharfzüngig, tiefgründig und haben zumeist spannende Fälle. Das Thema am kommenden Sonntag schreit allerdings etwas danach, dass den Drehbuchautoren die aktuellen Ideen ausgingen.

Auf der Suche nach Themen zur Biowaffe gegriffen

In «Virus» geht es um einen jungen Afrikaner, der ermordet in einem kleinen Dorf aufgefunden wurde und mit Ebola infiziert war. Drum rasten die Bewohner in der steirischen Idylle natürlich veritabel aus, was Bibi und Moritz' Arbeit jetzt nicht wirklich einfacher macht.

Warum die Wiener jetzt, über ein Jahr nach Ende der grossen Ebola-Epidemie mit über 11'000 Toten, nochmal auf der Virus-Welle surfen, ist mir ein Rätsel. So fragwürdig, so egal. Denn alles was zählt ist, dass ab Sonntag endlich der Sommer vorbei ist! 

Wenn Sie mich am Sonntag suchen, Sie wissen, wo sich micht finden ... auf dem Sofa.

Ihre Berit

Der Wiener «Tatort»: Virus läuft am Sonntag, 27. August um 20.05 Uhr im SRF oder um 20.15 Uhr in der ARD. 

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