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Der «Tele»-Streaming-Tipp der Woche

«Nightflyers» - Raumschiff des Grauens

Sie lieben Filme und Serien, wissen aber nicht, was Sie als Nächstes bei Netflix & Co. schauen sollen? Kein Problem: Die Zeitschrift «Tele» stellt hier jede Woche Sehenswertes vor. Heute die Sci-Fi-Horror-Serie «Nightflyers».

Der «Tele» Streaming Tipp der Woche - «Nightflyers» - Raumschiff des Grauens
Karl D'Branin (Eoin Macken) wird von seinen Erinnerungen terrorisiert. Syfy/GettyImages

Vielen sträuben sich schon beim blossen Gedanken daran die Haare: ins All fliegen, um nach Ausserirdischen zu suchen. Aber bei «Nightflyers» ist es mit Science-Fiction-Kitzel nicht getan – es kommen verschärfende Horror-Momente hinzu.

Doch fangen wir von vorne an: Eine Gruppe Wissenschaftler um Astrophysiker Karl D’Branin (Eoin Macken) begibt sich im Raumschiff Nightflyer ins All. Ihr Ziel: Sie wollen mit den Volcryn, einer extraterrestrischen Spezies, Kontakt aufnehmen, um die Erde vor dem drohenden Untergang zu retten.

Es wird ziemlich schnell blutig

Hauptdarsteller Eoin Macken räumt im Gespräch mit TELE ein, dass ihn solche Storys besonders reizen: «Ich mag Geschichten, bei denen nicht absehbar ist, was passiert.» Tatsächlich wird es ziemlich schnell ziemlich blutig, denn der streng bewachte Telepath Thale (Sam Strike) gerät ausser Kontrolle und macht bisher nette Forscher zu Killermaschinen. Macken grinst: «Das ist das Grossartige am Horror-Genre: Die Figuren werden immer ans Limit gepusht, oftmals bis an den Rand der Menschlichkeit.»

Besonders tiefe Abgründe tun sich in der Memory Sphere auf: einem kugelförmigen Raum an Bord der «Nightflyer», in dem man eine beliebige Erinnerung abrufen und nochmal durchleben kann. Das ist anfangs verlockend und beglückend für heimwehgeplagte Weltraumpassagiere. Doch «Nightflyers» wäre keine Horrorserie, wenn hier nicht ganz übel an den Erinnerungen herumgeschraubt würde.

Sie basiert auf dem Buch von George R. R. Martin

Die Serie wurde von den Fans sehnsüchtig erwartet, denn sie basiert auf einer Novelle des US-Amerikaners George R. R. Martin. Der geistige Vater von «Game of Thrones» schrieb die Geschichte Ende der 70er und publizierte sie 1980 im Magazin «Astounding Science Fact and Fiction».

Die Novelle war eine Replik auf einen Kommentar, den Martin zuvor gelesen hatte. In diesem Kommentar wurde behauptet, dass Science-Fiction und Horror zu gegensätzlich seien, um sie miteinander zu vermischen. «Als grosser Fan von beiden Genres musste ich einfach diese Aussage als Blödsinn entlarven, und zwar indem ich das Gegenteil beweise. Das hat für mich ziemlich gut funktioniert», schrieb Martin 2017 in seinem Blog.

Wenn eine Serie auf den Markt kommt, die auf einem Werk von George R. R. Martin basiert, sind die Erwartungen enorm. Das weiss auch Eoin Macken. «Der Druck ist gross, aber das spornt natürlich auch an. Alle Beteiligten pushen sich gegenseitig, um das Beste aus sich herauszuholen.»

Für den 35-jährigen Iren hat sich mit der Hauptrolle ein Traum erfüllt. «Vor zehn Jahren habe ich innerhalb eines Sommers sämtliche Bücher von George R. R. Martin verschlungen und bin seither süchtig, wie jeder andere auch. Darum wollte ich auch unbedingt in einer Story mitspielen, die er kreiert hat.»

Am Ende von Martins Novelle sind übrigens fast alle Forscher tot – eine Art «Zehn kleine Negerlein»-Geschichte. In der Serie ist das anders. Ob es eine 2. Staffel geben wird, weiss aber noch nicht mal Eoin Macken.

Sci-Fi-Horror-Serie «Nightflyers»; Staffel 1 bei Netflix ab 1. Februar

Mehr Streaming-Tipps können Sie hier lesen.

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Von Simone Reich am 30. Januar 2019