Unterwegs mit Louise

Babuschka-Träume

Die Story von der Studentin aus der Ukraine

Sie sei Studentin aus der Ukraine und finanziere ihre Reise mit dem Verkauf von Babuschkas, sagt die charmante Dunkelblonde, die mich mitten auf der Strasse anspricht. Und hält mir eine Box mit kleinen Holz-Puppen in bunter Bemalung hin. "Brauch ich nicht", ist mein erster Gedanke. "Sie ist mir sehr sympathisch. Und ich möcht so gern mal in die Ukraine" der zweite. Und kauf ihr so einen Talisman für 30 Franken ab. Die ineinander schachtelbaren Puppen aus Lindenholz sind ein Symbol für Fruchtbarkeit und stammen aus Japan. Im 19. Jahrhundert kamen sie nach Russland. Werden dort oft in Heimarbeit gefertigt. "Die hier hab ich selbst gemacht", meint die Studentin.

Was sie nicht weiss: Bei uns sind Puppen in diesem Stil Teil eines Micro-Trends, der da heisst: Russland - Blumen - Ethno- rustikaler Charme - dekorativ - Haben-wollen. 

Und nun die Pointe: Meine Fashionista-Kollegin begegnete der herzigen Brünetten mit den Babuschkas wenige Tage später - und kauft ihr ebenfalls eine bemalte Puppe, die auch ein Schlüsselanhänger ist, für 15 Franken ab. Was heissen soll: Trend bestätigt!