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Vater-Tag

SI-online-Chef Philipp Mäder hat drei Kinder. Sein Leben zwischen Spielplatz und Büro.

Liebe Lidl-Chefs, wir müssen reden!

Lidl wirbt für seine Aktion «Lidl Family» mit einem Vater, der keine Windeln wechseln kann. Unser Kolumnist findet: Da ist der Discounter aber in den 50er-Jahren stecken geblieben. Und lädt die Lidl-Chefs zu sich nach Hause ein.

Eigentlich ist Eure Aktion ja erfreulich: Unter dem Namen «Lidl Family» führt Ihr ein ganzes Sortiment an bezahlbaren Artikeln für Familien ein. 44 Windeln Junior für 8.36 Franken, das ist wirklich ganz schön günstig. Und ein Pack Feuchttücher für 1.34 Franken ebenso. Wenn ich nur schon daran denke, was Kinderbetreuung, Krankenkasse und Klamotten kosten! Da sind wohl die meisten Familien froh, wenn wenigstens der Wocheneinkauf unter 200 Franken bleibt.

Doch als ich gesehen habe, wie Ihr Werbung macht für «Lidl Family», sind mir die Haare zu Berg gestanden. Echt jetzt. Im ersten Werbespot weiss der Vater der Familie nicht, wie man dem Baby eine Windel anzieht:

Im zweiten Werbespot weiss der Vater der Familie nicht, wie man dem Baby Brei füttert:

Mit Verlaub, liebe Lidl-Chefs: Da seid Ihr irgendwo in den 50er-Jahren stecken geblieben. Oder soll das ironisch sein?

Dazu nur eine Zahl: Laut offizieller Statistik wenden Väter mit kleinen Kindern pro Woche 33 Stunden für Haushalt und Kinderbetreuung auf. Man kann getrost davon ausgehen, dass sie in diesen 33 Stunden auch gelegentlich ihren Babys die Windeln wechseln und Brei füttern.

Liebe Lidl-Chefs, wir müssen reden: Über das Engagement moderner Väter für ihre Familien. Ich selbst schaue meinen Kindern immer einen Tag pro Woche. Ihr dürft gerne mal vorbeikommen und Euch vor Ort ansehen, wie das funktioniert. Meldet Euch einfach unter: philipp.maeder@schweizer-illustrierte.ch. Es lohnt sich.