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Vater-Tag

SI-online-Chef Philipp Mäder hat drei Kinder. Sein Leben zwischen Spielplatz und Büro.

Das können Väter von Roger Federer lernen

Roger Federer ist als Sportler eine lebende Legende. Macht ihn das zu einem besseren Vater? Nein! Aber es gibt Hinweise, dass er auch im Kinderzimmer eine ziemlich gute Figur macht.

Vielleicht ist es etwas übertrieben, Roger Federer, 36, nun auch noch zum Super-Vater auszurufen. Schliesslich ist er schon der Super-Tennisspieler. Doch was er kürzlich im «Tages-Anzeiger» über sein Verhältnis zu seinen vier Kindern erzählte, ist eben doch recht klug. Ich bin viel zu alt, um noch Tennis spielen zu lernen. Aber ein paar Tipps, wie ich ein besserer Vater werden könnte, schaden nie.

Auch wenn es noch nicht ganz für die zehn Gebote reicht: Roger Federer hat drei super Grundsätze für Väter auf Lager. Und serviert sie erst noch sehr elegant, mit der Rückhand sozusagen. Hier sind sie:

  • Du sollst viel Zeit mit Deinen Kindern verbringen: Arbeiten müssen wir nun mal, schliesslich wollen wir ja Wohnung, Krankenkasse und Steuern selbst bezahlen. Aber wenn die Sirene das Schichtende im Stollen verkündet, sollten wir nur eines im Sinn haben: Heim zu unseren Kleinen. Roger Federer formuliert es so: «Wenn ich nicht Tennis spiele, gehe ich nach Hause und mische mich unter die Kinder. Und was sie machen, dort bin ich dabei.»
  • Du sollst Deine Kinder nicht zur Kopie Deiner selbst formen: Der Arzt will, dass seine Tochter Ärztin wird. Der Unternehmer will, dass sein Sohn Unternehmer wird. Und der Journalist will, dass seine Tochter Journalistin wird. Das ist so verbreitet wie dumm. Schliesslich ist es mir ja nicht mal im Traum eingefallen, Theologe zu werden wie mein Vater - und glücklicherweise hat er uns Söhne auch nie dazu gedrängt. Bei Roger Federer wäre es natürlich lukrativ, wenn gleich alle vier Kinder so gut Tennis spielen könnten wie er. Trotzdem hält sich Federer zurück: «Ich überfordere sie nicht. Sie sollen spielen, wenn sie Lust haben. Und wenn wir sie in eine Stunde schicken und sie keine Lust haben, sage ich: Dann war halt heute nichts, kein Problem.»
  • Du sollst das Wohl Deiner Kinder über alles stellen: Das muss nicht heissen, immer Ja und Amen zu allem zu sagen, was die Kinder wollen. Aber kann ein Vater glücklich sein, wenn es seine Kinder nicht sind? Eben! Nicht mal Roger Federer würde es etwas nützen, die Nummer 1 im Tennis zu sein, wenn seine Kinder unter der Karriere litten. Das weiss auch Roger Federer selbst - und meint im Interview: «Wenn es den Kleinen nicht gut geht auf der Tour oder ich merke, sie sind unglücklich, wäre das ein Grund aufzuhören.»
Mirka Federer Kinder
© Getty Images

Die Zwillinge Myla und Charlene, 8, und Leo und Lenny, 3 mit Mama Mirka Federer, 39. «Mein Ziel ist es, alles unter einen Hut zu bekommen — mit der Familie, mit Mirka, dass es für uns alle stimmt», sagt Papa Roger Federer.

Ach, und übrigens: Nicht nur Väter, sondern auch Ehemänner können einiges von Roger Federer lernen. Die Briten haben das Sprichwort: «Happy wife, happy life.» Was übrigens sogar wissenschaftlich bewiesen ist. Und selbstverständlich weiss das auch Federer. Und sagt im Interview: «Mein Ziel ist, alles unter einen Hut zu bekommen – mit der Familie, mit Mirka, dass es für uns alle stimmt.»