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Voll schwul!

SI-online-Redaktor Onur Ogul schreibt über Männer, die Männer lieben.

Es ist Zeit für einen Gay Bachelor

Ab Montag sucht sich wieder einmal eine Frau ihre bessere Hälfte in einer Reality-TV-Sendung. Selbstverständlich einen Mann! Blogger Onur Ogul sieht verschiedene Gründe, weshalb die Zeit für einen schwulen Bachelor gekommen ist.

Eine Frau, 22 Kandidaten und eine gefühlte Tonne Rosen. So simpel sind die Zutaten für eine erfolgreiche Kuppelshow. Dennoch: Nach neun Staffeln wird es auch für den Sender 3+ immer schwieriger, etwas Kreatives auf die Beine zu stellen.

Lieber Sender-Chef Dominik Kaiser, ich hätte da eine Idee.

Mehr Mut

Warum nicht einmal einen schwulen Bachelor seinen Traummann suchen lassen? Nein, ich will mich wirklich nicht selbst ins Rennen bringen. Ich will weder vor der Kamera literweise Appenzeller Bier trinken, noch mich aus zehn Perspektiven beim Duschen mit Le Petit Marseillais filmen lassen.

Aber ein Homo-Bachelor wäre doch einfach endlich angebracht! Wenn wirklich jeder zehnte Mann schwul ist, dann wäre in der zehnten Staffel ein homosexueller Bachelor einfach nur normal. Die Amerikaner machtens übrigens 2016 vor. Es funktioniert.

Mehr Akzeptanz

Wenn Medien Schwule mit einer Selbstverständlichkeit zeigen, trägt das zur Akzeptanz bei. Dass es sich beim «Bachelor» um ein Trash-Format handelt, würde kein bisschen schaden. Schwule sollten durchs Band überall integriert werden, denn sie sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft.

Darum verstehe ich nicht, wer über Bestrebungen lacht, auch einmal ein schwules Pärchen in einem Schulbuch zu zeigen oder eine Mathe-Aufgabe mit «Herr Meyer und sein Ehemann fahren von A nach B» zu beginnen. Schwule gehören genau wie Heterosexuelle in Seifenopern, in Musik-Clips, in Romane, in die Werbung – und eben in Trash-Sendungen.

Wie sollen Homosexuelle Gleichberechtigung erreichen, wenn Kanäle mit einem Millionenpublikum sie vermeiden?

Mehr Unterhaltung

Der zweite Grund, und da sollten Sie genau mitlesen, lieber Dominik Kaiser: Wir sind einfach verdammt unterhaltsam!

Man stelle sich vor: Testosteron- UND östrogengeladene Männer auf einem Haufen. 22 unverschämt gutaussehende Kerle raufen sich um den Bachelor. Lästereien, Intrigen, Blut und Tränen, das alles haben wir drauf.

Mehr Diversität

Und die Kandidaten wären facettenreicher als die immergleichen der Bachelorette-Sendungen. Ein paar sentimentale Bären, aalglatte Sprenzel, arrogante Muskelprotze, Typen mit femininen Touch – ein kunterbunter Strauss für den Rosenkavalier. Und wir wissen alle: Frauen lieben uns (wieso auch immer) und Männer schauen bei homoerotischen Szenen insgeheim gerne zu.

Wenn Sie die aktuelle Staffel nicht längst abgedreht hätten, könnten Sie Adela Smajic einfach austauschen. Und sollten Sie keinen geeigneten Kandidaten auf die Schnelle finden... würde ich mich in aller Aufopferung dann halt doch anbieten. Für einen guten Zweck versteht sich. Ganz ohne Eigeninteressen *räusper.

Okay, vielleicht hat es auch etwas mit diesen Typen zu tun.