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Dieses haarscharfe Foto polarisiert

Sind dank Emily Ratajkowski Achselhaare bald sexy?

Grosse Brüste, kleine Taille, knackiger Apfelpo – Emily Ratajkowski ist das menschgewordene weibliche Körperideal. Jetzt zeigt sie sich in der amerikanischen Harper’s Bazaar mit Achselhaaren. Lassen wir also auch bald unsere Körperhaare spriessen?

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Huch, hat da jemand in der Retusche nicht gut aufgepasst? Nö, Emily zeigt ihre Achselhaare mit Absicht!

Instagram /emrata

Miley Cyrus hat es schon getan, Cara Delevingne auch: sich mit Achselhaaren gezeigt. Und trotzdem ist Emily Ratajkowskis Entscheidung einschneidender als alle anderen. Seit sie 2013 in Robin Thickes «Blurred Lines»-Video nackt durch die Gegend tanzte, gilt sie nämlich als ultimatives Sexsymbol. Auch, weil sie seither auf Instagram gerne ihren füdliblutten Körper zeigt. Dass sie jetzt mit behaarten Achseln im verführerischen Spitzen-BH posiert, passt vielen nicht ins Weltbild. Auch für uns ist der Anblick ungewohnt und im ersten Moment unattraktiv. Was das wohl über das Frauenideal in unserer Gesellschaft aussagt?

«Es geht vor allem um die Hygiene. Ich denke, wir können die weibliche Freiheit auf andere, hübschere Arten zeigen …», kommentiert Userin @alevtishkas unter Emilys Instagram-Post. Und bringt damit das Problem gleich auf den Punkt. Wir dürfen für mehr Gleichberechtigung kämpfen – aber sollen dabei bitte immer hübsch aussehen. Spürt ihr die Ironie? User @iamthatnemo ist der Meinung, wir sollen uns gefälligst dem männlichen Körperideal unterwerfen: «Viel Glück, mit unrasierten Achseln einen Mann zu finden, um eine Familie zu gründen, Ladies».

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Was an Männern ok ist, ist bei Frauen eklig?

Bei Männern ist Achselhaar also absolut in Ordnung, bei Frauen unhygienisch und abstossend. Das ist ungefähr so fair wie der Fakt, dass selbstbewusstes Auftreten bei Männern als stark und bei Frauen als arrogant aufgefasst wird. Solche festgefahrenen Geschlechterbilder müssen sich endlich ändern. Dazu werden auch Bilder wie die von Emily beitragen, weil sie uns Klischees hinterfragen lassen.

Die 28-Jährige schreibt in ihrem Essay für die amerikanische Harper’s Bazaar: «Ich sehe Körperbehaarung als eine weitere Möglichkeit für Frauen, ihr Recht wahrzunehmen, freie Entscheidungen zu treffen. (…) Meistens mag ich es, mich zu rasieren, aber manchmal fühle ich mich durch das Wachsenlassen meiner Körperhaare sexier. Es gibt keine falsche Entscheidung, keine, die mich mehr oder weniger zur Feministin macht. (…) Solange es meine eigene Wahl ist, ist es die richtige. Schlussendlich ist unsere Identität und Sexualität nur die Sache von uns selber.»

Das Foto polarisiert. Bringt nicht nur Unterstützung von Modelkolleginnen wie Ashley Graham und Lily Aldridge, sondern auch Hate-Kommentare mit Brech-Emojis (übrigens von Männern und Frauen) und die Kritik, ihre Achselhaare seien nur aufgeklebt. Das Gute: Wir sprechen über die Erwartung an Frauen, dauernd dem sehr eingeschränkten Schönheitsideal zu entsprechen. Und arbeiten so daran, dass Haare unter den Achseln bald nicht mehr die Grenzen der Sexiness sprengen.

Von Carla Reinhard am 09.08.2019
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