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Umgang mit Emotionen

Das können wir von Kindern übers Weinen lernen

Im Gegensatz zu uns Erwachsenen weinen Kinder laut, hemmungslos und gerne auch in der Öffentlichkeit. Würden wir das genauso tun, käme das in unserem Umfeld wohl nicht so gut an. Schliesslich sollte man im Laufe des Lebens lernen, mit negativen Gefühlen umzugehen. Sie gänzlich zu unterdrücken, ist aber auch keine Lösung.

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Das können wir von Kindern übers Weinen lernen

Kinder haben noch überhaupt keine Hemmungen, ihre Gefühle rauszulassen.

Getty Images

Normalerweise ist es die Aufgabe der Erwachsenen, Kindern wichtige Dinge für ihre Zukunft beizubringen. Dabei geht oft vergessen, dass nicht nur Kinder von den Erwachsenen lernen können, sondern auch umgekehrt. So können wir uns etwa von Kindern abschauen, wie man völlig im Moment lebt oder uns von ihrer Begeisterungsfähigkeit und Neugierde inspirieren lassen. Doch es gibt noch etwas, das Kinder deutlich besser beherrschen als wir Erwachsene: das Weinen. Im Vergleich zu uns fällt es ihnen viel leichter, ihre negativen Gefühle herauszulassen.

Unter Erwachsenen ist es nicht nur verpönt, in der Öffentlichkeit zu weinen – sie wollen oft auch vor ihren Kindern verstecken, dass es ihnen gerade nicht gut geht. Dabei möchten wir unseren Kindern doch beibringen, dass alle Emotionen – auch die negativen – erlaubt sind. Wie soll das gehen, wenn ihnen dafür die Vorbilder fehlen?

Keine Scham und voller Körpereinsatz

Zugegeben: Würden wir uns wie ein Kleinkind im Büro auf den Boden werfen, lauthals weinen und mit den Beinen strampeln, käme das wohl nicht so gut an. Ein gewisses Mass an Frustrationstoleranz darf von Erwachsenen erwartet werden. Zudem ist es den meisten Eltern eher unangenehm, wenn Kinder in der Öffentlichkeit solche Anfälle haben. Und trotzdem können wir genau von dieser Art zu weinen zwei Dinge lernen:

  • Fürs Weinen muss man sich weder schämen noch verstecken. Es ist ein völlig normaler Vorgang, der uns hilft, Frust rauszulassen und Anspannung abzubauen.
  • Emotionen finden im ganzen Körper statt. Weil Kinder das gemäss eltern.de intuitiv wissen, strampeln sie beim Weinen auch mit den Beinen. Das ermöglicht ihnen, negative Energie loszulassen

Heftig, dafür kürzer

Im Gegensatz zu uns kennen Kleinkinder keine stille Traurigkeit. Sie lassen ihre Gefühle lautstark und mit vollem Körpereinsatz raus. Dass diese Strategie wirksam ist, zeigt sich daran, wie schnell negative Emotionen bei Kindern wieder abklingen. Im einen Moment werfen sie sich empört zu Boden, im nächsten spielen sie wieder friedlich mit ihren Geschwistern. Die schlechten Gefühle sind weg, nun können sie sich wieder dem Schönen widmen.

Dass Kinder in Bezug aufs Weinen schon vieles intuitiv richtig machen, heisst aber nicht, dass wir sie in schwierigen Phasen sich selbst überlassen sollen. Kinder brauchen Begleitung und Trost. Auf keinen Fall sollte man die Gefühle der Kinder abtun oder ignorieren, sondern den Kleinen Verständnis entgegenbringen. Hier findet ihr zudem Tipps, wie ihr eure Kinder «richtig» tröstet.

Von fei am 15. Februar 2026 - 12:00 Uhr