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  4. Genderneutral schon in der Schwangerschaft: Demi Lovato findet Gender Reveal Partys transphob

«Ein transphober Brauch!»

Demi Lovato verurteilt Gender Reveal Partys

Zwar ist der Brauch bei uns nicht so verbreitet wie etwa in den USA, doch auch in der Schweiz gibt es vermehrt werdende Eltern, die das Geschlecht ihres noch ungeborenen Babys bei einer eigens dafür veranstalteten Party bekanntgeben. Demi Lovato stört sich aus einem bestimmten Grund an solchen Feiern.

SANTA MONICA, CALIFORNIA - NOVEMBER 15: 2020 E! PEOPLE'S CHOICE AWARDS -- In this image released on November 15, Demi Lovato arrives at the 2020 E! People's Choice Awards held at the Barker Hangar in Santa Monica, California and on broadcast on Sunday, November 15, 2020. (Photo by Rich Polk/E! Entertainment/NBCU Photo Bank via Getty Images)

Ist zwar nicht schwanger, doch Demi Lovato setzt sich gegen Gender Reveal Partys an, die viele werdende Eltern veranstalten.

NBCU Photo Bank via Getty Images

Dass werdende Eltern ihr Glück mit ihren Familien und Freunden teilen und die Vorfreude mit einer Feier zelebrieren wollen, ist total verständlich. Eher zu hinterfragen ist jedoch die Tatsache, dass viele Eltern – vor allem in den USA – dies mit einer sogenannten Gender Reveal Party tun, also einer Feier, deren zentrales Thema es ist, das Geschlecht des noch ungeborenen Babys zu verraten.

Und um dies so richtig schön zu unterstreichen, werden solche Feiern in den «typischen» Farben dekoriert: Erwartet das Paar einen Buben, regnet es hellblaues Konfetti – siehe die Party der Influencerin Sara Leutenegger –, bekommt es ein Mädchen, ist zum Beispiel der Inhalt des Kuchens, den die werdenden Eltern vor den Gästen anschneiden, rosa gefärbt.

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Allein schon an dieser Farbgebung kann man sich stören – wo sich heute doch viele Eltern darum bemühen, ihre Kinder gerade nicht in solche Gender-Schubladen zu stecken. Auch Stars wie das Model Emily Ratajkowski, 29, die demnächst ihr erstes Kind erwartet und sich vornimmt, dieses geschlechtsneutral aufzuziehen, bekennen sich zu diesen Bemühungen.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der gegen so eine rosa-hellblau gefärbte Party – und damit einhergehende Ansichten? – spricht, wie jetzt Sängerin Demi Lovato, 28, auf Instagram zu bedenken gibt, mittels eines Reposts eines Beitrags des indisch-amerikanischen Trans-Aktivisten Alok Vaid-Menon:

Der Beitrag erklärt, dass Gender Reveal Partys transphob sind, weil sie nichtbinäre Geschlechtsidentitäten ignorieren und stattdessen nur zwei Geschlechter zulassen – und dies zudem mit den «typischen» Farben betont wird. «Transphobie ist ein Glaubenssystem, das davon ausgeht, dass Nicht-Trans-Menschen ‹natürlicher› sind als Trans-Menschen.»

An Gender Reveal Partys würde den noch ungeborenen Kindern ein binäres Geschlecht zugeordnet, mit dem sie sich später vielleicht gar nicht identifizieren könnten, denn: «Jeder Mensch kann sein Geschlecht nur selbst bestimmen.»

Vielleicht lassen wir das mit den hellblau-rosa Partys also lieber – und feiern das werdende Glück in Regenbogenfarben!

Von Christa Hürlimann am 05.03.2021
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