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Umgang mit Kindern und Enkeln

Diese Fehler sollten Grosseltern vermeiden

Engagierte Grosseltern sind für Eltern und Enkelkinder ein Segen. Allerdings kann es auch rasch zu Konflikten kommen, wenn sich Grosseltern zu stark in die Erziehung einmischen. Hier erfahrt ihr, was es zu vermeiden gilt, damit der Familiensegen nicht in Schieflage gerät.

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Diese Fehler sollten Grosseltern vermeiden.

Grosseltern sind für ihre Enkel wichtige Bezugspersonen.

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Grosseltern sind für ihre Enkel oft wichtige Bezugspersonen und für die Eltern der Kinder eine wichtige Stütze. Gemäss dem Bundesamt für Statistik übernehmen 72 Prozent der Grosseltern in der Schweiz regelmässig oder gelegentlich die Betreuung ihrer Enkelkinder. 40 Prozent sind mindestens einmal pro Woche im Einsatz. Dies entlastet die Eltern nicht nur emotional, sondern auch finanziell: Insgesamt leisten Grosseltern rund 160 Millionen Betreuungsstunden. Das entspricht ungefähr einem Wert von 8,2 Milliarden Franken, der durch die unentgeltliche Hilfe eingespart wird.

Aber auch die Grosseltern profitieren von der Betreuung ihrer Enkelkinder – vor allem gesundheitlich. Studien zeigen etwa, dass Babysitten die kognitiven Fähigkeiten stärkt und damit das Risiko senkt, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken. Zudem sollen Grosseltern, die sich um ihre Enkel kümmern, durchschnittlich länger leben als solche, die das nicht tun. Im Grunde ist es also eine Win-Win-Situation, wenn Oma und Opa sich regelmässig um ihre Enkelkinder kümmern.

Allerdings kann es auch rasch mal zu Spannungen oder sogar Streit zwischen Eltern und Grosseltern kommen. Das Risiko dafür kann verringert werden, wenn Grosseltern versuchen, diese Fehler zu vermeiden:

Den Erziehungsstil kritisieren

Unterschiedliche Generationen haben unterschiedliche Erziehungsstile – und das sollte akzeptiert werden. Grosseltern fällt das oft schwer. Schliesslich haben sie selbst Kinder grossgezogen und wissen, wie das geht. Dennoch muss ihnen bewusst sein, dass dies nun eben nicht ihre Kinder, sondern ihre Enkel sind und die Hauptverantwortung bei deren Eltern liegt. Natürlich müssen Grosseltern nicht alles gut finden, was ihre Kinder tun. Mit Kritik am Erziehungsstil sollten sie sich dennoch bewusst zurückhalten oder nur dann Ratschläge geben, wenn sie danach gefragt werden.

Die Kinder zu sehr verwöhnen

Bei den Grosseltern darf es gerne mal etwas lockerer zu und her gehen als bei den Eltern. Das heisst, es gibt vielleicht einmal mehr ein Dessert oder die Kinder dürfen sich beim Einkaufen etwas Kleines aussuchen. Allzu sehr verwöhnen sollten Grosseltern ihre Enkel aber nicht. Von grossen Geschenken unter dem Jahr gilt es abzusehen – vor allem, wenn diese nicht mit den Eltern abgesprochen sind. Möglicherweise haben sie mit dem Kind bereits vereinbart, dass es beispielsweise auf ein neues Fahrrad sparen soll oder sich dieses mit kleinen Arbeiten im Haushalt verdienen muss. Schenken Grosseltern ihren Enkeln dann kurzerhand das Fahrrad, greifen sie massgeblich in die Erziehung ein.

Grenzen ignorieren

Was für die Geschenke gilt, gilt auch ganz generell im Alltag: Die Grenzen, welche die Eltern setzen, müssen respektiert werden. Dazu zählt auch, dass man sich nicht zu sehr aufdrängt und ständig auf einen Besuch vorbeischaut. So dankbar die Eltern der Kinder dafür sind, dass die Grosseltern einen Teil der Betreuung übernehmen: Manchmal möchten sie auch einfach Zeit allein mit ihren Kindern verbringen. Abgesehen davon, haben sie auch selbst Verpflichtungen und Aufgaben im Haushalt, die sie nicht einfach ignorieren können, wenn die Grosseltern unangekündigt auf der Matte stehen. Wichtig ist aber, dass auch die Grenzen der Grosseltern respektiert werden. Auch sie haben ihr eigenes Leben und können nicht immer sofort einspringen, wenn es den Eltern der Kinder danach ist.

Einen Konkurrenzkampf starten

Viele Grosseltern möchten wichtige Bezugspersonen für ihre Enkel sein. Merken sie, dass diese mehr Zeit mit den anderen Grosseltern verbringen und eine stärkere Bindung aufbauen, kann das schmerzhaft sein. Oft gibt es aber logische Gründe dafür. Vielleicht wohnen die anderen Grosseltern viel näher oder sie sind bereits pensioniert und haben daher mehr Zeit für die Enkel. Das gilt es zu akzeptieren. Auf keinen Fall sollte man in einen Konkurrenzkampf treten und etwa versuchen, die Enkel mit Geschenken zu kaufen. Auch ist es wenig sinnvoll, die eigenen Kinder mit Vorwürfen zu überhäufen – aber man darf durchaus ansprechen, dass man sich mehr Zeit mit den Enkeln wünscht und gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Probleme totschweigen

Wie in allen Beziehungen ist es auch zwischen Grosseltern und Eltern wichtig, dass man Probleme möglichst früh anspricht. Das verhindert, dass der Groll stetig wächst und es immer schwieriger wird, konstruktive Lösungen zu finden. Ausserdem kann durch ein frühes Gespräch noch verhindert werden, dass sich gewisse Verhaltensweisen so stark einschleifen, dass es schwierig wird, sie wieder abzulegen.

Von fei am 6. April 2026 - 12:00 Uhr