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  3. Gift im Haushalt: So schützen Eltern ihre Kinder

Hier lauert die Gefahr

Diese Giftfallen vergessen Eltern oft

Welche Flüssigkeiten sind giftig? Was bedeuten die verschiedenen Gefahrensymbole? Ein Kinderbuch hilft, wichtige Warnungen auf chemischen Produkten zu erkennen – auf ganz spielerische Weise. Und klärt auf, wie Eltern die Aufbewahrnung von Giftstoffen kindersicher gestalten können.

Kind räumt Geschirrspühler ein

Geschirrspühltabs gehen in vielen Familienhaushalten vergessen, wenn es darum geht, Giftstoffe wegzuräumen.

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Bei jedem zweiten Unfall, der zu Hause passiert, sind Kinder unter fünf Jahren betroffen. Das toxikologische Informationszentrum der Schweiz verzeichnete jährlich Anrufe im oberen vierstelligen Bereich zu Vorfällen mit Haushaltprodukten, mehr als die Hälfte betreffen Kinder. «Und für uns ist jeder Unfall einer zu viel», sagt Heribert Bürgy vom Bundesamt für Gesundheit, BAG.

Aus diesem Grund hatte das BAG die Idee für das Kinderbuch «Richtig giftig». Darin wird anhand der beiden Kinder Mona und Aaron auf spielerische Weise gezeigt, wo man besonders aufpassen muss. «Mit dem Buch wird das Thema dorthin getragen, wo sich die Unfälle ereignen, nämlich zu Hause bei den Eltern oder Grosseltern.»

Kinderbuch richtig giftig

Das Kinderbuch «Richtig giftig» von Lorenz Pauli und Claudia de Weck (Verlag Atlantis).

ZVG

Die häufigste Ursache von Unfällen mit kleinen Kindern: Die chemischen Produkte sind für sie oft gut erreichbar. Zudem haben viele eine leuchtende Farbe und riechen verlockend – das macht sie für Kindern besonders attraktiv. «Daher gilt einer der wichtigsten Ratschläge an Eltern: Chemische Produkte niemals unnötig herumstehen lassen und mindestens auf einer Höhe von 160 Zentimetern versorgen, am besten in einem abschliessbaren Schrank», rät Heribert Bürgy.

Ein Klassiker sind zum Beispiel die Geschirrspültabs. Sie werden häufig gleich neben der Maschine verstaut und sehen für Kinder aus wie grosse Bonbons.

Die wichtigste Nummer bei Vergiftungs-Notfällen

Im Kinderbuch werden nicht nur chemische Produkte, sondern auch Pflanzen unter die Lupe genommen. Maiglöckchen, Fingerhut und Rittersporn sind nur ein paar der giftigen Blumen, die in der Schweiz wachsen. Die Auflistung nützt nicht nur Kindern, sie hilft auch Eltern, ihr Wissen aufzufrischen.

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall mit einer chemischen Substanz kommt, sollte man Tox Info Suisse kontaktieren. Notfallnummer Tox Info Suisse 145

Von Lisa Merz am 16. Juni 2019