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Wie man Kinder zum Reden bringt

Dieser Trick einer Erziehungsexpertin geht viral

«Wie wars in der Schule?» Der Klassiker aller Elternfragen trägt selten Früchte. Eine Erziehungsexpertin verrät nun ihren schlauen Trick, damit auch verschwiegene Kinder ins Erzählen kommen.

thoughtful boy sitting on a bench

So simpel aber effektiv: Der Tipp von Erziehungsexpertin Cohen öffnet verschlossene Kinderlippen im Nu!

Getty Images

Kommen die Kinder mittags oder abends von der Schule nach Hause, lautet die erste Frage der Eltern meist: «Und, wie wars?» Darauf folgt nicht selten eine enttäuschende Antwort. «Ok», zum Beispiel. «Weiss nicht mehr.» Oder auch mal ein: «Geht so.»

Eigentlich bezwecken wir Eltern mit dieser Frage, zu verstehen, wo unser Kind emotional gerade steht. Teilzuhaben an seinem Leben ausserhalb des Elternhauses. Da zu sein mit Rat und Tat und einem stets offenen Ohr. Doch viele Kinder scheinen gar nicht erzählen zu wollen, was sie tagsüber alles erlebt, erlernt oder beobachtet haben.

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Oft ist die Frage das Problem, nicht das Kind

Oder liegt es gar nicht daran? Erziehungsexpertin Siggie Cohen hat einen Tiktok-Kanal, in dem sie regelmässig ihre Tipps für den Umgang mit allgegenwärtigen Erziehungsproblemen teilt. Eines ihrer Videos ist besonders beliebt und wurde rund 300'000-Mal weiterverbreitet, denn die Expertin spricht darin eben diese kleine Frage an, die fast Eltern ihren Kindern nach der Schule stellen: «Und, wie wars?»

Und gleich in den ersten Sätzen sagt Siggie Cohen, warum diese vermeintlich kleine Frage kaum je ausführlich beantwortet wird: weil sie nicht klein ist. Sie ist riesig, allumfassend. Einfach generell zu gross, um sie einfach so zu beantworten.

Dr. Siggie Cohen rät Eltern zu alternativen Fragen

Die Expertin rät Eltern, nicht aufzugeben, wenn das Kind immer nur missmutig auf die Schul-Frage reagiert, sondern einfach an der eigenen Fragestellung zu schrauben. Es gehe darum, gezielt nach Dingen zu Fragen, die ein Kind beantworten kann, ohne dass es eine Zusammenfassung des Tages wiedergeben muss. Ganz ähnlich wie beim Aufräumen des Kinderzimmers. Sagt man einem Kind, es solle sein Zimmer aufräumen, ist es damit eher überfordert, als wenn man ihm eine Aufgabe nach der anderen aufträgt. Erst alle Plüschtiere aufs Bett legen, dann die Lego-Bausteine in die Kiste, jetzt die Schreibutensilien ins Etui.

Eine gezielte Fragestellung könnte so aussehen:

  • Hat dein Lehrer heute etwas Lustiges gesagt?
  • Wer sass beim Mittagessen neben dir?
  • War jemand in der Klasse heute traurig?
  • Wer hatte heute einen roten Pulli an?
  • Was haben die anderen Kinder in der Pause gegessen?
  • Wer hat dich heute zum Lachen gebracht?
Darum ändert die Art der Frage so viel an der Antwort

Diese auf Details fokussierte Fragestellung hilft dem Kind, den grossen, langen, oft auch anstrengenden Tag ausgewogen zu reflektieren und darüber Auskunft zu geben. Und mit etwas Glück, kommen die Kleinen beim Nachdenken über die Antworten selbst auf die Idee, gleich noch eine Begebenheit in diesem Zusammenhang zu erzählen.

Übrigens findet ihr unter diesem Link unsere fünf besten Ideen für die Verbesserung der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern.

Von KMY am 13. Juni 2022 - 07:09 Uhr
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