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Es sind nicht die Finanzen

Drei Punkte, die Eltern bei der Trennung unterschätzen

Sollen wir uns trennen oder nicht? Kein Elternpaar fällt diese Entscheidung leichtfertig. Dennoch sind sich viele dieser drei Aspekte einer Trennung nicht bewusst.

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Das Ziel der Eltern muss bei einer Trennung sein, dass ihre Kinder nicht leiden.

imago images / Westend61

In der Schweiz gibt es mehr als 200'000 Ein-Eltern-Haushalte. Dass sich Paare mit Kindern trennen oder scheiden lassen ist längst keine Seltenheit mehr. Oft zeichnet sich dieser Schritt länger ab und Eltern gehen verantwortungsbewusst und wohlüberlegt in die neue Lebensphase. Meist wird zu den finanziellen und organisatorischen Verhältnissen eine Absprache oder Vereinbarung getroffen. Dennoch passiert es, dass Elternpaare drei wesentliche Punkte unterschätzen, wenn sie planen, künftig getrennter Wege zu gehen.

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Beziehungsende: Nicht in Sicht!

Wenn ein Liebespaar sich trennt, kann es entscheiden, ob es freundschaftlich verbunden bleiben möchte oder aber einen kompletten Schlussstrich ziehen will. Sobald das Paar Kinder hat, bleibt in diesem Bereich keine Entscheidungsfreiheit mehr. Ein Elternpaar bleibt immer verbunden, wenn es das Wohlergehen seiner Kinder im Auge behält.

Eine Trennung ist für Eltern also niemals ein Schlussstrich unter die Beziehung. Die Beziehung zum anderen Elternteil wandelt sich nur, bleibt jedoch bestehen. Man teilt weiterhin die Elternschaft für die Kinder, die Sorge um deren Wohlergehn und die Verantwortung für deren Erziehung. So bleiben auch Uneinigkeiten nach der Trennung meist erhalten. Selbst wenn die Trennung im Streit stattgefunden hat, muss man sich im Alltag weiterhin um einen funktionierenden Umgang mit dem anderen Elternteil bemühen und akzeptieren, dass dieser an allen kommenden Familienereignissen ein Leben lang, auch wenn die Kids längst erwachsen sind, genauso teilhaben darf, wie man selbst. Manche Elternpaaren schaffen es mit Links, ihre Elternrolle neu zu definieren. Mit etwas Glück und sehr viel Arbeit gelingt es jedoch auch nach schwierigen Trennungen, dies als Bereicherung wahrzunehmen!

Man nimmt nicht nur Abschied vom Partner

Tatsache ist, bei einer Trennung verabschieden sich Elternpaare nicht nur vom gewohnten gemeinsamen Leben und von ihrem Partner, sondern auch immer ein wenig von ihren Kindern. Denn diese werden, egal in welchem Alter, auch Zeit mit dem anderen Elternteil verbringen. Die Kinder werden wunderschöne Momente erleben, an denen man nicht teilhaben wird. Es ist wichtig, ihnen diese Momente zu gönnen und zuzuhören, wenn sie davon erzählen. Auch wenn man sich vielleicht manchmal ausgeschlossen fühlt. Dem anderen Elternteil wird es genauso ergehen. Es hilft, die gewonnene kinderfreie Zeit als Geschenk anzunehmen und daraus das Beste für sich selbst zu machen.

So sehen einen die anderen

Es scheint wie verhext: Obwohl Scheidungen und Trennungen von Elternpaaren längst zu Alltag gehören, erleben viele Eltern nach der Trennung erst einmal einen Rutsch an den Rand der Gesellschaft. Eine alleinerziehende Mutter erzählt bei SI Family: «Womit ich nicht gerechnet habe, ist, dass man als alleinerziehender Elternteil seine gesellschaftliche Position verliert. Während Paare häufig von anderen Paaren eingeladen werden oder sich mit ihnen verabreden, habe ich als alleinerziehende Mutter die Erfahrung gemacht, dass der Austausch einschläft, wenn ich ihn nicht forciere. Paare scheinen ernsthaft Hemmungen zu haben, einen einzelnen Elternteil bei sich willkommen zu heissen. Auch in den Ferien auf dem Familien-Campingplatz fühle ich mich zwischen all den Vorzeige-Familien, die mit Mama UND Papa ausgestattet sind, jeweils etwas verloren. Notlösung: Ab sofort werden Campingferien nur noch mit alleinerziehender Begleitung begangen.»

Von KMY am 19.09.2021
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