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  4. Mein Kind ist krank: Soll ich trotz Coronavirus in den Notfall?

Kinderärzte sind besorgt

«Gehen Sie zum Arzt, wenn sich ihr Kind unwohl fühlt»

Die Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken, hindert viele daran, sich in medizinische Behandlung zu begeben. Auch in Kinderspitälern fällt auf, dass Eltern ihren Nachwuchs seltener in den Notfall bringen. Eine alarmierende Situation.

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Die Notfallstationen der Kinderspitäler sind auch in Corona-Zeiten für kleine Patienten geöffnet.

Keystone

Zu Hause bleiben – dies ist das Motto der Stunde. Wer nicht unbedingt muss, soll möglichst nicht aus dem Haus gehen, so die Bitte des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Es gibt aber auch Fälle, auf welche diese Aufforderung nicht zutrifft. Wer medizinische Versorgung braucht, soll sich auch in der aktuellen Krisenzeit in ärztliche Behandlung begeben. Dies gilt sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder.

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Vor dem Gang ins Spital anrufen

Georg Staubli, Leiter der Notfallstation des Zürcher Kinderspitals, appelliert in einem Video, das auf der Website des Kispi veröffentlicht wurde, an alle Eltern: «Es ist wichtig, dass Sie zum Arzt gehen und nicht daheim bleiben, wenn es Ihrem Kind nicht gut geht.»

Die Angst, sich im Spital mit dem Coronavirus zu infizieren, sei unbegründet. «Ihr Kind steckt sich bei uns nicht an», versichert Staubli. 

Wenn Eltern den Verdacht hätten, dass ihr Kind bereits an Corona leide, sollen sie vor dem Gang in den Notfall erst telefonisch Kontakt mit dem Spital aufnehmen, so Staubli. «Dann können wir Ihnen genau erklären, wo sie hinmüssen.» In solchen Fällen werden die kleinen Patientinnen und Patienten zu einem separaten Eingang gewiesen, wo abseits des normalen Spitalbetriebs eine medizinische Abklärung durchgeführt wird.

«Wir haben grosse Sorge.»

Maren Tomaske, Chefärztin Kinderklinik Waid und Triemli

Auch andere Krankheiten ernst nehmen

Doch nicht nur bei Verdacht auf Corona wird der Gang zum Arzt empfohlen. An der Pressekonferenz vom Samstag sagte Daniel Koch vom BAG, dass auch andere Krankheiten ernst genommen werden müssten. Auch Impfungen sollten nicht auf später verschoben werden, so Koch.

Dass Eltern zu lange mit dem Gang ins Spital warten, weiss auch Maren Tomaske, Chefärztin der Kinderklinik Stadtspital Waid und Triemli. «Wir haben grosse Sorge und beobachten bereits, dass sich die Eltern mit ihren Kindern relativ spät bei uns vorstellen», sagt sie zu «20 Minuten».

Vor allem kleine Kinder würden erst in schlechtem Zustand ins Spital gebracht werden. Konkret gehe es um Atemwegsinfektionen, aber auch um Verletzungen oder vermeintlich «anhaltende» Schmerzen, deren Ursache gravierend sein könne, so Tomaske.

Von edi am 06.04.2020
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