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App Ginto hilft Hindernisse zu umfahren

Hier gehts lang mit dem Kinderwagen

Im Stadtdschungel können eine einzelne Treppenstufe oder eine schwere Tür für junge Eltern zur Barriere werden. Wie kommt man da jetzt durch, ohne sich beim Heben des Buggys einen Rückenschaden zu holen? Abhilfe bietet die kostenlose App Ginto. Sie zeigt bereits etliche kinderwagentaugliche Wege in der Schweiz auf — und ihr könnt sie noch besser machen!

Paar hebt Kinderwagen die Treppe runter

Ein junges Elternpaar hebt den Buggy eine Treppe runter. Vielleicht hätten sie mit der App Ginto einen einen kinderwagentauglichen Weg gefunden.

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Gleich zu Beginn steht da ein Aufruf: «Hilf uns, die Datenbank mit Informationen zu füllen und erfasse die Zugänglichkeit deiner Lieblingsorte mit unserer praktischen App.» Damit ist klar, ginto steht erst am Anfang. Aber wozu ist die App eigentlich da?

Eine Zugänglichkeits-App für die Inklusion aller Menschen

Der Trägerverein AccessibilityGuide aus St. Gallen hat die App ins Leben gerufen, um Menschen mit mobilen Einschränkungen – etwa durch einen Rollstuhl oder einen Kinderwagen – die Hürden aus dem Weg zu räumen. «Umfassende Inklusion aller Menschen wird nur Realität, wenn man präsent ist und dorthin kommt, wo die andern sind», so die Macher auf ihrer Website.

Konkret zeigt ginto auf, wo sich Barrieren, Hürden und Stolpersteine befinden und bietet Hilfestellung, bei deren Überwindung. Ziel ist die Selbstbestimmung und persönliche Freiheit des Einzelnen.

Der Praxistest zeigt, das geht noch besser!

Eine wundervolle Idee, finden wir. Vor allem, aber nicht nur für Menschen mit Gehbehinderung, sondern auch für junge Eltern mit Kinderwagen. Diese haben in der App eine eigene Kategorie. Endlich wissen, in welchen Gebäuden man überhaupt in den ersten Stock kommt. Oder wo man ebenerdig ins Tram rollen kann. Kurz: nie mehr stehenbleiben mit dem Kinderwagen.

Wäre schön, dauert aber noch eine Weile, bis die App soweit ist. Denn sie funktioniert wie Wikipedia: ein Gemeinschaftswerk, welches das Wissen vieler an einem zentralen Punkt sammelt. Eine Zugangs-Enzyklopädie sozusagen.

So sind bereits einem Usern die Zugänglichkeit des Kibo Secret Gardens in Toronto oder diverser Lokalitäten (von Agrolatankstelle bis Kebab-Laden) in der Schweiz erfasst worden. Noch hat das Informationsnetz jedoch Lücken.

«Mitmachen kann jeder. Einzige Voraussetzung ist ein Smartphone.»

Zum Beispiel in Basel. Noch kommt man mit der App nur stellenweise stolpersteinbefreit durch die Stadt. Das soll sich am 27. April ändern. Am Event «Wir erfassen Basel» sollen Restaurants, Geschäfte, Gebäude und Events erfasst werden. «Mitmachen kann jeder. Einzige Voraussetzung ist ein Smartphone.» Treffpunkt ist um 13.30 Uhr auf dem Claraplatz, danach wird erfasst, was das Zeug hält.

Die App ginto ist kostenlos im Apple-Store und auf GooglePlay erhältlich.

Von Sylvie Kempa am 12. April 2019