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Einfach mal stolz sein

Mütter, glaubt es endlich: Ihr seid Superheldinnen!

Sie trösten, schmeissen den Haushalt oder sind berufstätig: Mütter machen sehr viel, worauf sie stolz sein können. Doch stattdessen sind viele eher damit beschäftigt, sich selbst kleinzumachen. Schluss damit!

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Hier zur Abwechslung mal mit Cape: Eine Mutter, die Grosses leistet.

Getty Images

Das Leben als Mutter kann echt zehrend sein. So viele Bedürfnisse, die wir vor unsere eigenen stellen, so wenig Zeit zum Regenerieren. Das Gefühl, im Hamsterrad zu stecken, nicht vorwärts zu kommen und doch nur gehetzt durchs Leben zu irren, kennen viele von uns gut. 

Wenn wir wegen Übermüdung die Kinder anschreien, Dosenravioli auftischen oder den Kuchen für den Kindergeburtstag im Supermarkt kaufen, sind wir Meisterinnen darin, uns selbst fertigzumachen. Hinzu kommen die gemeinen Kommentare aus dem Umfeld (oft von anderen Müttern). Autsch, das tut weh!

Wir sind der Meinung, dass wir viel öfter darüber sprechen sollten, wenn wir mal wieder was gerockt haben. Den Gründe gibts genug!

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Wir meistern Herkulesaufgaben

 

«Durch eine schwierige Trennungsgeschichte habe ich meine Familie ein paar Jahre lang allein finanziert und organisiert, bemuttert, bekocht, beputzt, bespielt... und was sich Mama und Papa normalerweise sonst noch an Aufgaben aufteilen können. Diese Jahre haben mich um ein Haar gebrochen. Es blieb lange keine Kraft, für mich einzustehen und für meine Rechte zu kämpfen. Mittlerweile sehe ich es anders: Ich bin selbstbewusst geworden, weil ich diese Herkulesaufgabe gemeistert habe. Und meine Kinder haben eine (fast) ganz normale und glückliche Kindheit erlebt, obwohl hinter den Kulissen nicht viel normal lief. Das macht mich stolz.» Sarah, 41

«Wenn ich den täubelnden kleinen Trotzkopf mit einer Umarmung zu beruhigen vermochte, während seines Mittagsschlafs einen Artikel fertig schrieb, am Nachmittag den Streit zwischen meiner Kindergärtlerin und ihrer Freundin mit einer lustigen Geschichte beendete, zudem einen Berg Wäsche versorgte und am Abend, wenn die Kleinen schlafen, erst noch Zeit finde, um zu meiner Lieblingsmusik in den Ohren eine Runde zu joggen, dann denke ich: Was für ein wunderbarer Tag das doch wieder war!» Martina, 37

 

Wir arbeiten die eigene Kindheit auf

«Ich hatte lange Zeit Komplexe, dass ich erst nach 30 so richtig ins Arbeitsleben eingestiegen bin. Zwischen 20 und 30 habe ich zwei Kinder auf die Welt gebracht und aufgezogen, studiert und auf Master-Stufe abgeschlossen, an der Uni als Assistentin gearbeitet und den Haushalt zu 100 Prozent geschmissen. Ich dachte stets, das sei nichts, bis ich mir im Nachhinein eingestehen musste: Mensch, du hattest damals wohl Superhero-Kräfte! Oder einfach die klassische weibliche Haltung verinnerlicht: buckeln, buckeln, buckeln. Gut, sehen viele junge Frauen und Mütter (und auch junge Männer und Väter) das heute ganz anders und probieren neue Wege.» Eleonora, 42

«Hautkontakt kann Fieber senken. Und eine Umarmung kann Schmerzen lindern. Das stimmt wirklich. Und jedes Mal, wenn es wieder klappt, fühle ich mich schon ein wenig wie eine Superheldin. Ganz besonders, wenns ein Nachteinsatz war.» Solveig, 38

«Ich bin besonders stolz darauf, dass ich die Traumata aus meiner Kindheit nicht in der Erziehung meiner Kinder wiederhole. Damit dies so sein kann, muss ich wahnsinnig viel innere Arbeit leisten, reflektieren und den traurigen Tatsachen von Neuem ins Auge blicken. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich dies nicht allein schaffe und habe mir Hilfe bei einer Fachperson gesucht. Dabei komme ich immer wieder an den Rand meiner psychischen Kräfte – ein sehr unbequemer Zustand. Doch ich habe gemerkt, dass es sich lohnt. Für mich, meine Kinder und meine Beziehung.» Iris, 35

Von Edita Dizdar am 03.03.2020
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