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Am Rande des Wahnsinns

Wie unsere Kinder windelfrei wurden

Soll man schon vor dem zweiten Geburtstag damit anfangen, dem Kind die Windel abzugewöhnen? Oder gar von Anfang an windelfrei sein? In der Theorie gibt es unzählige Ansätze, wie der Wechsel aufs Töpfchen gelingt. Und in der Praxis? Wir erzählen euch, wie wir es mit unseren Kindern gemacht haben.

Child sitting on the toilet

Der Wechsel von der Windel zum Töpfchen ist für Eltern eine Geduldsprobe – sie lohnt sich!

Getty Images

Was in Erziehungsratgebern, auf Elternblogs und in Kinderarzt-Broschüren steht, ist ja schön und gut. Doch wer schafft es schon, all die gut gemeinten Tipps im Alltag umzusetzen? Wir nicht! Beim Thema Trockenwerden – wie bei ganz vielen anderen «Phasen» in einem Kinderleben – hängen die Nerven von Mutter und Vater oft nur noch am seidenen Faden.

Wir haben in der Redaktion herumgefragt und unsere Erfahrunen mit Windel und Töpfchen für euch zusammengetragen. Etwas schon vorweg: Stress bringt weder euch noch eurem Kind etwas.

Es ist kein Wettbewerb

Meine Erfolgsformel: «Go with the flow». Das habe ich leider auf die harte Tour gelernt. Wer dem Kind einen fiktiven Zeitplan aufdrückt, verbringt in der Freizeit viel zu viele Stunden in der Waschküche. Warum also nicht dem Kind vertrauen. Es ist faszinierend, wie reibungslos die «Entwindelung» abläuft, wenn die kleinen Männer oder Frauen bereit dazu sind. Die signalisieren das übrigens überraschend deutlich. Und: Es ist keine Leistung, das Kind zuerst trocken zu kriegen. Nicht alles ist ein Wettbewerb. – Bettina Bendiner

Loben, loben, loben

«Wow, so en schöne Gaggi!», habe ich meine Kinder jeweils bei der Umstellung aufs Töpfchen gelobt. Zu recht sind die Kleinen stolz darauf. Auch als unsere Älteste in den Ferien am Strand heimlich ihr Geschäft ins Loch eines Schirmständers plumpsen liess, erntete sie Lob dafür. Sie wollte es ja nur richtig machen und hat extra ein Loch dafür gesucht. – Maria Ryser

«Nach dem ersten Kind war klar: Das zweite soll so lange wie möglich eine Windel tragen.»

Sylvie Kempa

Ruhig bleiben, wenns daneben geht

Ehrlich gesagt fand ich das Leben mit einem Kleinkind schon so anstrengend genug, dass ich unseren Sohn nie Richtung Töpfli gepusht habe. Als er um seinem dritten Geburtstag herum selber Interesse daran hatte, habe ich dafür gesorgt, dass wir auswärts immer genug Wechselsachen dabei hatten. Je nach Tagesform wollte er mal mit, mal ohne Windel aus dem Haus. Und wenn was daneben ging (sehr oft), habe ich nie geschimpft. Auch wenn Bettwäsche wechseln um zwei Uhr in der Früh gewaltig nervt. – Edita Dizdar

Improvisieren erlaubt

Unsere Grosse wollte lange nicht aufs Töpfchen. Als sie dann mal ohne Windeln mit den Grosseltern unterwegs war und diese nichts als einen leeren Joghurtbecher dabei hatten, fand sie es lustig, dort hinein zu pinkeln. Der Becher wurde unser ständiger Begleiter, bis sie am Ende des Sommers problemlos aufs WC wechselte. – Christa Hürlimann

24 months old cute toddler girl is stopping to wear diapers, so potty is must have everywhere. She is urinating in a public park on a warm spring day.The emotion is real and candid because so is used to being photographed

So entspannt, wie auf dem Bild, läuft es nicht immer ab, wenn Kinder ausser Haus auf die Windel verzichten.

Getty Images

Die Windel ist Gold wert

Nach dem ersten Kind war mir eins klar. Das zweite sollte so lange wie möglich NICHT windelfrei werden! Das ist übrigens auch der einzige Tipp, den ich Neueltern mit auf den Weg gebe: Schaut, dass sie so lange wie möglich Windeln tragen. Denn danach geht es los, das ewige WC-Suchen mitten auf der Autobahn. – Sylvie Kempa

Von Edita Dizdar am 09.11.2019