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Die besten Tricks der Zahnärztin

Zähne putzen ohne Tränen

Süsses lieben sie, Zähneputzen weniger: Versuche, die Beisserchen unserer Kinder sauber zu halten, gipfeln oft in tränenreichen Ringkämpfen. Mit Tipps vom Profi schaffen wir es, den Frieden wieder ins Badezimmer zurückzuholen.

A six year old boy in his pajamas brushing his teeth.

Zähne putzen geht auch ohne Geschrei.

Getty Images

Wer schon mal ein zahnendes Baby hatte, weiss, wie anstrengend diese Phase sein kann. Doch weit gefehlt, wer glaubt, dass sie vorbei ist, wenn die Milchzähne endlich draussen sind. Dann gehts nämlich darum, die Beisserchen durch regelmässiges Putzen sauber zu halten. Leichter gesagt als getan.

Kinder werden nicht müde, täglich mit quengeliger Stimme zu fragen: «Warum muss ich mir eigentlich ständig die Zähne putzen?» Ja, warum eigentlich?

Gesunde Milchzähne sind wichtige Platzhalter

Zahnärztin Martine Bächler von der Zahnarztpraxis Buchegg in Zürich ist Profi und kennt die Antworten. «Gesunde und saubere Zähne bleiben nicht nur schön weiss, sie helfen uns auch dabei, abzubeissen und zu kauen. Sie sind zudem ein wichtiger Platzhalter für die zweiten, bleibenden Zähne.»

Zähne, die zu wenig Pflege bekommen, werden gelb und weich. Haben sich erstmal die nicht weggeputzten Zahnteufelchen im Mund breit gemacht, drohen Löcher und entzündetes Zahnfleisch. «Das kann dicke Backen und starke Schmerzen geben», so Bächler. Sie ist selbst Mutter zweier Kinder und weiss, wie anstrengend dieses Thema im Alltag sein kann. 

Wenn das Zähneputzen zum Ringkampf wird

Glücklich ist, wessen Kind nur meckert, den Mund aber trotzdem fürs Putzen aufmacht. Manche von uns finden sich aber in regelrechten Ringkämpfen auf dem Badezimmerboden wieder. Wir klemmen die kleinen Verweigerer zwischen die Beine und versuchen verzweifelt, mit der Bürste wenigstens drei Mal über alle Zähne zu schrubben. Das Resultat sind verheulte Kinder und entnervte Erwachsene. Es kann nicht die beste Lösung sein, mit so viel Druck und Tamtam ans Werk zu gehen. Doch was können wir tun?

Die Zahnärztin weiss Rat. «Alles, was Kinder dazu bringt, mitzuhelfen, ist erlaubt.» Dies kann in jeder Familie anders aussehen. Die einen singen Zahnputzlieder oder sagen Versli auf, andere lassen die Kids auf dem Handy ein (Zahnputz-)Video gucken. «Es hilft, wenn das Kind das Zähneputzen mit positiven Erfahrungen verbindet.»

Martine Bächlers Facts und Tipps für Eltern:

  • Kinder dürfen erst selber schrubben, danach putzen die Erwachsenen gründlich nach. Am besten bis zur vierten Klasse.
  • Einjährige putzen ein Mal, Zweijährige zwei Mal pro Tag. Ab drei Jahren sinds dann drei Mal.
  • Ab dem ersten bleibenden Zahn auf eine Junior-Zahnpasta umstellen und ein Mal pro Woche mit Fluor-Gel putzen. Auch die Zunge des Kindes sollte mit der Zahnbürste gereinigt werden. 
  • Als Snack eignen sich frische Früchte, frisches Gemüse und Käse. Die Hauptmahlzeiten sollten frisch gekocht sein. Nach Süssem wie Schokolade, Gummibärli oder Trockenfrüchten gut die Zähne putzen.
  • Sirup oder Süssgetränke zu den Hauptmahlzeiten ist absolut okay. Danach Zähne putzen. In der Wasserflasche für unterwegs nur Wasser füllen.
  • Hat die Zahnärztin immer dabei: Zahnputzkaugummis.
  • Kein Milchschoppen nach dem abendlichen Zähneputzen. Ab drei Jahren sollten Kinder keinen Nuggi mehr benötigen. Aufgrund des Drucks vom Nuggi können falsche Zahnstellungen entstehen.
Von Edita Dizdar am 5. April 2019