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  4. Anja Zeidler: Die schwangere Influencerin redet über Fehlgeburt

Blutungen in der Schwangerschaft

Anja Zeidler hatte Angst, ihr Baby zu verlieren

Anja Zeidler musste um ihr Baby bangen. In einem Video spricht die schwangere Influencerin nun über das Tabu-Thema Fehlgeburt. Die Reaktionen zeigen: Da gibt es noch viel zu tun.

Anja Zeidler liebt Milan Anicic
instagram.com/anjazeidler

Bange Stunden für Anja Zeidler, 26: In der 24. Schwangerschaftswoche hat sie plötzlich Blutungen und muss notfallmässig ins Spital. Den Schock verdaut die Selflove-Influencerin mit Hilfe eines Videos auf Instagram. Zettel für Zettel erzählt sie, was genau passiert ist. Die Luzernerin möchte damit das Thema Fehlgeburt enttabuisieren und fordert ihre Follower auf, offen darüber zu reden. Das Echo ist riesig.

Blutung des Gebärmutterhalses

«Ich bemerkte plötzlich heftige Blutungen», steht auf einem Zettel und weiter: «Mein Freund hörte mich schreien und fand mich tränenüberströmt im Badezimmer auf.» Gemeinsam fuhren sie in die Notfallaufnahme, wo sie «lange warten mussten». Die Bald-Mama konnte zum Glück aufatmen: Dem Baby geht es gut.

Wie sich herausstellte, hatte Anja Zeidler eine Blutung des Gebärmutterhalses. Dieser ist in der Schwangerschaft besonders stark durchblutet. Das kann durch Stress oder Sport ausgelöst werden, klärt sie auf einem weiteren Zettel auf.

Bedürfnis, darüber zu reden, ist gross.

Jede dritte Frau erleidet eine Fehlgeburt. Die meisten schweigen. Dabei wäre das Bedürfnis, darüber zu reden, gross, wie die Reaktionen auf Zeidlers Post zeigen. «Ich habe unser Baby in der 22. Schwangerschaftswoche verloren. Der Schmerz ist unbeschreiblich. Es reisst dir einfach den Boden unter den Füssen weg. Danke, liebe Anja, das du das thematisiert», schreibt eine Frau.

Wie gross und lang anhaltend der Schmerz tatsächlich sein kann, beschreibt diese Followerin: «Man lernt damit, zu leben, aber der Schmerz wird einen ein Leben lang begleiten und nie ganz weggehen.»

Einige Frauen haben dabei sehr schlechte Erfahrungen mit behandelnden Ärzten gemacht: «Am 31. Oktober sind es nun fünf Jahre her und es tut noch so weh wie damals. Die Kaltherzigkeit der Frauenärztin werde ich nie vergessen» und eine andere: «Ich bin damals an die Öffentlichkeit gegangen wegen des Umgangs in Krankenhäusern gegenüber Frauen in solchen Situationen.»

Erschütternd auch dieser Post: «Wir bekommen morgen unser Sternenkind. Noch ein Tabuthema: Trisomie 18. Meine Tochter wird morgen ihr totes Kind im Bauch gebären.»

 

Von Maria Ryser am 4. Oktober 2019