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Kiki Maeder über Kinder und Karriere

«Das Baby krempelte unser Leben total um»

SRF-Moderatorin Kiki Maeder lebt ihren grossen Traum: eine tolle Familie zu haben und einen Job der Freude macht. Doch die Balance zu finden zwischen «Kamera ab!» und «Mami, lueg!», fordert sie heraus. Ihr Rezept: «Inseln schaffen.»

Kiki Mäder

Kiki Maeder mit Tochter Ava und Sohn Jack auf dem Spielplatz nahe Küsnacht ZH.

Amanda Nikolic

Von der Schaukel herab ruft Ava: «Mami, lueg!» Kiki Maeder, 38, schaut zu ihrer vierjährigen Tochter hinauf. Sie selbst schaukelt daneben mit Sohn Jack, 19 Monate, auf dem Schoss leicht hin und her. «Chani höcher?», fragt Ava, und schon gibt ihr Papi Mark Strähl, 46, mehr Schwung.

So oft wie möglich ziehts die Familie in die Natur, «damit wir zu Hause nicht den alltäglichen Dingen verfallen», so die SRF-Moderatorin. Der Spielplatz am Waldrand nahe ihrem Daheim in Küsnacht ZH eignet sich dafür perfekt. Maeder sah sich schon immer als Mutter von zwei Kindern. «Vielleicht weil ich in einer vierköpfigen Familie aufgewachsen bin.»

Kiki Maeder folgte dem Rat ihrer Eltern

Eigener Nachwuchs wird für die Zürcherin erst ab dem 30. Lebensjahr aktuell. Zu sehr geniesst die Schauspielerin ihr spontanes, selbstständiges Leben. «Ich bin eine, die mit dem Flow geht und sich nur kurzfristige Ziele setzt.»

Doch den Traum, auf der Bühne zu stehen, hat sie schon früh. Mit 19 Jahren beginnt sie die Schauspielschule in Zürich – mit einer Prise Naivität, wie sie sagt. «Wenn du jung bist, hast du noch kein Sicherheitsdenken. Ich glaubte stets daran, dass es gut kommt.» Eine Einstellung, die ihr die Eltern – der Vater war Speditionsunternehmer, die Mutter ist Fotografin – vorleben: «Mach, was du willst, aber sei gut darin.» 

Kiki Mäder Mark Strähl und Kinder

Family First! Kiki Maeder und ihr Mann Mark Strähl geben sich in der Betreuung der Kinder die Hand.

Amanda Nikolic

Der Familienalltag ist gut strukturiert

Jetzt wagt sich Jack auf die Rutschbahn, Ava folgt ihm, dann auch Mami. Das erste Kind habe sie «wie eine Wucht» getroffen, sagt Kiki Maeder. «Das Baby krempelte unser Leben total um.» Zuvor gestaltete das Paar den Alltag frei und unkonventionell, sie arbeiten oft abends und folgen ihren Impulsen.

Doch auf einmal haben sie ein Töchterchen, dem sie eine Tagesstruktur bieten wollen. «Da merkte ich, dass ein geregelter Ablauf auch mir guttut.» Und dass der ganze Fokus ab sofort nicht mehr auf ihr lag, «war wunderschön. Denn privat suche ich das Rampenlicht nicht.» Heute führt sie gemeinsam mit ihrem Mann die Eventfirma Komvent.

Kiki Maeder und Familie

Lebensfreude: Auf der Schaukel darfs gerne immer noch etwas mehr sein, sonst ist Kiki Maeder dankbar für all das, was sie hat.

Amanda Nikolic

Mehr Intuition und Empathie hat ihr das Mamisein gebracht, mehr Bauchgefühl und schnellere Entscheidungskraft sowie weniger unnötige Sorgen. «Sich bei allen Entscheidungen an den Bedürfnissen der Familie zu orientieren, empfinde ich als befreiend.»

Die grösste Herausforderung im Hause Maeder/Strähl – die Kinder heissen wie die Mutter – sei «die Logistik»: «Hier ist unsere Selbstständigkeit ein Vorteil, da wir die Betreuung flexibel aufteilen und uns die Hand geben können.»

Ist Maeder für ihre Moderationen ein paar Tage auf Dreh, kommt ihr Mann mehr zum Einsatz. Dafür ist Mark öfters abends unterwegs. Zudem sind die Grosseltern wie das Gotti von Jack enge Bezugspersonen. «Doch wenn ein Kind krank ist, fragen sie nach wie vor nach Mama», so Maeder, die dann auch bei ihren Kindern sein möchte. «Es geht immer irgendwie. Dies zu wissen, gibt mir wahnsinnig viel Ruhe.» 

Moderationsjob macht sie dankbar

Allem und jedem gerecht zu werden – auch sich selbst –, ist eine weitere Herausforderung. «Mark sagte mal zu mir: ‹Du musst schauen, dass es dir gut geht, denn eine Mutter ist immer eine tragende Säule.›» Kiki tut es gut, wenn sie arbeitet – «dann ist meine Zeit».

Mittlerweile hat sie sich vor allem als Moderatorin einen Namen gemacht. Mit «Jetzt oder nie – Lebe deinen Traum» hat sie seit vier Jahren ihre eigene Samstagabend-Show. Darin begleitet sie Menschen bei der Verwirklichung ihrer Träume. «Das sind alles Personen mit Feuer und einer Passion – das steckt total an.»

Kiki Maeder und Familie

Quality-Time: Um zu Hause nicht den alltäglichen Dingen zu verfallen, gehts so oft wie möglich in die Natur.
 

Amanda Nikolic

Zudem ist Maeder als Aussenmoderatorin bei «Happy Day» neben Röbi Koller, 61, zu sehen. «Die Schicksale, die wir jeweils in der Sendung haben, geben mir einen anderen Blick aufs Leben und eine Dankbarkeit für all das, was ich habe», sagt sie. «Ich übe einen Job aus, der Freude macht, und habe eine tolle Familie. Es ist immer was los – und das gefällt mir.»

«Wie beide zusammen ‹gigeled› – das ist das Schönste.»

Kiki Maeder

Der Schlüssel für ein funktionierendes Familienleben ist bei ihnen Ruhe und Harmonie sowie «unsere Inseln»: Während beide im Frühling und Herbst viel arbeiten, reisen sie im Sommer und im Winter als Familie mehrere Wochen ins Ausland. Diesen Sommer verbrachten sie einen Monat in Italien, im kommenden Winter gehts erneut nach Mauritius. «Diese Inseln sind sehr wichtig, da wir in stressigen Zeiten auf sie fokussieren können.» 

So ticken Tochter Ava und Sohn Jack

Auch für Ava schafft Kiki regelmässig kleine Inseln, in denen die Tochter bestimmen darf, was sie mit Mami tun möchte. «Dies ist für uns beide wertvoll, da im Alltag Jack doch noch mehr Aufmerksamkeit benötigt.» 

Ihre eigenen Inseln gönnt sich die zweifache Mutter falls nötig mit einem kurzen «Powernap». Seit ihrer ersten Schwangerschaft kann sie besser auf ihren Körper hören und weiss genau, wann sie eine Auszeit braucht. «Aber als Mutter lernt man ohnehin, mit wenig Schlaf auszukommen. Unsere Kinder gehören nicht zu den besten Schläfern …» 

Kiki Maeder und Familie

Geschwisterliebe: Morgens fragt Jack als Erstes nach seiner grossen Schwester Ava.

Amanda Nikolic

Ava springt durch die Wiese und hebt einen dicken Ast in die Luft. «Wow, wie Pippi so stark», ruft Kiki Maeder, welche die Astrid-Lindgren-Figur schon zweimal auf der Zürcher Märchenbühne gespielt hat. «Ava lässt sich wie Pippi von klein auf nie zu etwas hinbiegen. Sie trifft ihre Entscheidungen selbst. Aber ihre Heldin ist Eiskönigin Elsa.»

Dass ihre Kinder den klassischen Geschlechter-Typen entsprechen, sei ohne ihr Zutun geschehen. Als Kind mochte Kiki keine Röckli, Ava liebt sie – genau wie Ballett und sich schön zu machen. «Jack ist mehr der Typ Wildsau, ein Draufgänger, teilweise überschätzt er sich, kann aber auch sehr charmant und entspannt sein wie sein Vater.» 

Kiki Maeder und Familie

Wunschtraum: «Ich sah mich stets als Mutter von zwei Kindern.»

Amanda Nikolic

Kiki Maeder und Mark Strähl wollen, dass ihre Kinder mit viel Liebe und Halt aufwachsen – als Fundament für später. «Mark ist ein super Vater, er spielt extrem viel mit Ava und Jack. Die Zeit, die sich Väter nehmen, widmen sie zu 150 Prozent den Kindern. Wir Mütter sind oft multitasking unterwegs.»

Nach so viel Spass braucht Jack unbedingt ein «Gu» – Würstli. Papa legt noch Mais und Schlangenbrot auf den Grill dazu. «Mami, lueg» – Ava bringt einen selbst gepflückten Wiesenstrauss. Eine Blume gibt sie Jack ab. «Die Interaktionen zwischen den beiden, wie sie ‹gigeled›, das ist das Schönste», so Maeder. «Aber si chifled au.» Kiki Maeder lacht. Und «Mami, lueg» sei definitiv der meistgerufene Satz ihrer beiden Kinder. 

Von Aurelia Robles am 20. September 2019