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Der jüngste Podcaster der Schweiz

Der kleine Theo erklärt die grosse Tierwelt

Er ist sieben Jahre alt, beim Reden flink wie ein Wiesel – und wenns um Tierwissen geht – schlau wie ein Fuchs. Theo Salis ist der jüngste Podcaster der Schweiz. Seine Reihe «Theo erzählt» fesselt Jung und Alt.

Theo Salis, 2021

Unerschrocken wie ein Löwe: Theo Salis im Kinderzimmer seines Zuhauses in Schmerikon SG.

David Biedert

Theo Salis, 7, ist ein Tiernarr. Während sein jüngerer Bruder Elio, 5, total auf Autos abfährt, interessiert sich der Älteste von Karin, 38, und Gianfranco Salis, 38, einzig für alles, was kreucht und fleucht. «Seit er auf der Welt ist, begeistert er sich für Tiere», sagt sein Vater. Wer einen Blick in Theos Kinderzimmer wirft, sieht nur: Tiere! Auf Bettwäsche gedruckt, als Stoff- und Spielzeugtiere, als Wimpel an Wänden – und in vielen Büchern.

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Seine Leidenschaft hat Theo zu einem kleinen Star gemacht. Keiner dieser Singvögel – auch wenn man Theo so wie denen zuhören kann. Der aufgeweckte Erstklässler aus Schmerikon SG erklärt in seinem Podcast «Theo erzählt» Wissenswertes und Spannendes aus dem Tierreich. So erfrischend, dass Gleichaltrige begeistert und Erwachsene fasziniert sind. Theo ist der jüngste Podcaster der Schweiz.

Theo Salis mit Papa Gianfranco, 2021

Konzentriert bei der Sache: Theo mit seinem Vater beim Aufnehmen einer Podcast-Folge von «Theo erzählt».

David Biedert

Mit dem Lockdown fing alles an. Weil er nicht in den Chindsgi konnte, überlegen sich die Eltern, wie sie ihren damals Sechsjährigen beschäftigen und ihm Wissen vermitteln können. Papa Gianfranco, Moderator und selbst Podcaster, hat am Familientisch die Idee, Theo könnte in einem eigenen Podcast- Format etwas erzählen – von Kind zu Kind. «Cool, etwas mit Tieren», sagt Theo. Mit Feuereifer malt er sofort ein Logo: eine blau-grüne Weltkugel als Symbol «für alle Tiere auf der Welt».

Seine Mutter, selbst Lehrerin, liest Theo aus Büchern vor, was es zu heimischen Vierbeinern wie der Kuh, der Ziege und dem Schaf zu erfahren gibt, aber auch zu bedrohten Arten wie Orang-Utans, Tigerhaien und Co. «Theo merkt sich Vorgelesenes leicht und gibt es mit eigenen Worten wieder», sagt Papa Gianfranco. Eine «Theo erzählt»-Folge dauert rund fünf Minuten, Vater und Sohn nehmen sie «in einem Take» auf.

Gianfranco Salis mit Gattin und Kinder Elio, Livia und Theo, 2021

Seine Familie (v. r.): Theo mit Papa Gianfranco, seiner kleinen Schwester Livia, Mama Karin und dem jüngeren Bruder Elio.

David Biedert

«Theo erzählt» wird binnen Kurzem zum Erfolg. In Apples Hitparade landet es bei den Schweizer Podcasts vier Wochen auf Platz 1, macht renommierten Formaten wie «Echo der Zeit» sowie «NZZ Akzent» Konkurrenz. Naturmuseen (Thurgau, Schaffhausen) integrieren Theos Podcasts in ihre Ausstellungen, und Theos Eltern entwickelten das Lehrmittel «Podcast macht Schule» (www.kinderpodcast.ch), um Kinder mit dem Medium Podcast zu fördern.

Nach 36 «Theo erzählt»-Folgen haben Vater und Sohn vorerst Schluss gemacht. Mit Schulstart blieb immer weniger Zeit. Dabei ist Theo Frühaufsteher. «Meistens bin ich um sechs Uhr wach.» Oft malt er frühmorgens ein Bild, meist Tiermotive – oder er hört sich Abenteuergeschichten an von «Die drei ???», «Fünf Freunde» oder «TKKG».

Bisher teilte Theo sein Wissen nur über grosse Tiere. Beim Hausumbau stiessen er und sein Vater unterm Dach auf ein verlassenes Wespennest. Theo machte sich gleich schlau: «Vielleicht rede ich ja in einem nächsten Podcast über Wespen.» Sicher ist, Theo hat noch einiges zu erzählen!

Von René Haenig am 27.07.2021
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