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Herzogin Kate überraschend offen

«Ich habe das Muttersein komplett unterschätzt»

Im Podcast «Happy Mum Happy Baby» spricht Herzogin Catherine ungewohnt offen über ihre Schwangerschaften und ihre Rolle als Mutter. Dabei verrät sie unter anderem, warum sie manchmal von ihren Kindern beschimpft wird.

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Herzogin Catherine während der Aufnahmen zum Podcast «Happy Mum, Happy Baby» mit Gastgeberin Giovanna Fletcher.

Twitter/kensingtonpalace

Sie ist Vorbild für Millionen Frauen, ihre Outfits sind regelmässig ausverkauft und ihre positive Energie steckt an: Herzogin Catherine, 38, gilt als Ikone in vielerlei Hinsicht.

Die Mutter von Prinz George, 6, Prinzessin Charlotte, 4, und Prinz Louis, 1, verzaubert nebst ihrem Gespür für Stil vor allem durch ihre karitative Arbeit. Im Rahmen ihres Projekts zur Entwicklung von Kleinkindern – «5 Big Questions on the Under Fives» («5 grosse Fragen zu den Unter-Fünfjährigen») – nahm sie sich Zeit, eine Folge des Podcasts «Happy Mum, Happy Baby» aufzuzeichnen. Mit Autorin und Gastgeberin Giovanna Fletcher, 35, sprach Kate unter anderem über ihr Leben als dreifache Mutter und die ersten Momente mit Baby George.

«Ja, ich habe Schuldgefühle. Ich denke, dass alle, die das verneinen, in Wahrheit lügen.»

Herzogin Catherine
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Etwas Wichtiges zuerst: Auch Kate hat ein schlechtes Gewissen. Auf die Frage, ob sie Schuldgefühle habe, sagt sie: «Ja, absolut. Ich denke, dass alle, die das verneinen, in Wahrheit lügen.» Das ist mal eine klar Ansage von einer Frau, die nach Aussen das perfekte Leben zu führen scheint. «Gerade heute morgen haben George und Charlotte mich beschimpft, weil ich sie nicht zur Schule fahren konnte», gibt sie lachend zu. «Ständig hinterfragst du deine eigenen Entscheidungen, schon bevor das Baby auf der Welt ist.»

Und sie weiss, wovon sie spricht: Während ihrer drei Schwangerschaften litt Kate an einer Form der morgendlichen Übelkeit namens «Hyperemesis gravidarum» (zu Deutsch: unstillbares Schwangerschaftserbrechen). «Deshalb war ich nicht die glücklichste Schwangere», gesteht die Ehefrau von Prinz William, 37. Ihr sei bewusst, dass viele Menschen es viel schlimmer hätten, doch schwanger sein sei für sie «definitiv eine Herausforderung» gewesen. «Nicht nur für mich, sondern auch für meine Lieben um mich herum.» Vor allem ihr Mann habe sich hilflos gefühlt: «William hatte nicht das Gefühl, dass er mir irgendwie helfen könnte. Es fällt jedem schwer, dich leiden zu sehen, ohne tatsächlich etwas dagegen tun zu können.»

Herzogin plaudert übers Familienleben

Kate gibt Auskunft zu ihren Schwangerschaften

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Im Podcast «Happy Mum, Happy Baby» plaudert Herzogin Catherine offen über ihre Rolle als Mutter, ihre drei Schwangerschaften und ihre liebsten Kindheitserinnerungen. Spotify

Hypnobirthing als Ausweg aus der Übelkeit

Schliesslich habe ihr Hypnobirthing durch die Phasen der Übelkeit geholfen: «Ich wollte es für mich ausprobieren, da ich die Kraft erkannt habe hinter den Atemübungen und der Meditation.» Weil es ihr während der Schwangerschaften so schlecht ging, habe sie auch den Geburtsprozess jeweils sehr gemocht, «weil ich wusste, dass es irgendwann zu Ende sein wird.» Sie sei sich aber bewusst, dass Hypnobirthing nicht für jede Frau das Richtige sei. Sie habe viele Gespräche mit Müttern geführt, die ein schlechtes Gewissen hatten, weil die Geburt nicht so abgelaufen war, wie sie es sich vorgestellt hatten.

Der Moment, als sie Prinz George dann zum ersten Mal in den Armen hielt, sei einfach «unglaublich» gewesen. Sie habe sich gefragt, «wie ein menschlicher Körper so etwas schafft». Sie sei zudem sehr erleichtert gewesen, dass sie einen glücklichen und gesunden Jungen geboren habe. Das Geschlecht des Babys sei für sie eine Überraschung gewesen. «Die pure Freude auf Williams Gesicht zu sehen, war sehr besonders.»

«Unsere Eltern waren an jedem Sport-Match dabei und haben uns von der Seitenlinie angefeuert.»

Herzogin Catherine

Herzogin Kate schätzt die kleinen Dinge im Leben

Rückblickend, so gesteht sie, habe sie «die Auswirkungen des Mutterseins total unterschätzt». Man könne planen, so viel man wolle, doch «nichts kann dich auf diese Rolle vorbereiten». Was sie in den vergangenen Jahren gelernt habe, sei faszinierend, sagt Kate. «Jetzt wo ich weiss, wie wichtig die ersten Jahre im Leben eines Kindes sind, würde ich gewisse Dinge auf jeden Fall anders machen, sogar während der Schwangerschaft», ist sie sich sicher. Das emotionale Wohlbefinden einer Mutter habe direkten Einfluss auf das wachsende Baby. Bei ihrem dritten Kind sei sie sich dessen viel mehr bewusst gewesen.

Seit sie Kinder habe, sei ihr klar, wie viel ihre eigenen Eltern für sie und ihre beiden Geschwister geopfert hätten. «Sie waren zum Beispiel an jedem Sport-Match dabei und haben uns von der Seitenlinie angefeuert.», erinnert sie sich. Das Leben in der heutigen Zeit sei so hektisch und voller Ablenkungen. Deshalb schätze sie die simplen Dinge: «Einfach nur das Feuer in einem Kamin zu betrachten, macht mich glücklich.» Ihre eigene Kindheit beschreibt Herzogin Catherine als äusserst glücklich. Deshalb versuche sie, auch ihren Kindern ein glückliches Aufwachsen in einer stressfreien und gesunden Umgebung zu ermöglichen.

Herzogin Catherine ist überzeugt, dass die Zeit, die man draussen in der Natur verbringt, sich positiv auf die physische und die mentale Gesundheit auswirke. «Das Foto von Charlotte, wie sie an einer Glockenblume riecht, bedeuten mir als Mutter so viel.» Deshalb versuche sie, jeden Tag solche Momente einzubauen, auch wenn sie noch so klein sein mögen. «Wir gehen oft spazieren und machen richtige Abenteuer daraus.»

Von Edita Dizdar am 17.02.2020
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