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Podcast mit Kindergeschichten

Sara Taubman liest zweites Abenteuer ihrer Heldin Tara

Mit einer Freundin hat Sara Taubman die App «Taras Geschichten» entwickelt. Auf SI Online kann man jeden Monat ein Abenteuer hören.

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Schreiben die Abenteuer für ihre Kinderbuch-App «Taras Geschichten» selber: Sara Taubman-Hildebrand (l.) und ihre Freundin Janine Wolf-Schindler .

Joseph Khakshouri

«Wetsch mini Fründin si?» Das fragt Siebenschläfer Pips unsere App-Heldin Tara im zweiten Abenteuer, das zusammen mit der ersten Geschichte die Basis für alle weiteren Episoden in unserer App bildet.

Freundschaft. Ein positiv besetzter Begriff, der zum schier endlosen Philosophieren einlädt. Wieso nenne ich jene Menschen in meinem Leben Freunde, die meine Freunde sind? Wurden sie mir geschickt, habe ich sie bewusst ausgesucht, und wenn ja, wieso?

Erste Freundschaften knüpfen wir im Kindesalter. Kleine Kinder sind dabei sehr intuitiv. Die oder der ist lieb zu mir, wir lachen gemeinsam, wir spielen, die Zeit verfliegt. Manchmal streiten oder langweilen wir uns auch. Aber grundsätzlich sprechen wir die gleiche Sprache.

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Titelheldin Tara und ihr Freund, der Siebenschläfer Pips, spielen Piraten – und erleben mit den zuhörenden Kindern noch viele andere Abenteuer.

http://app-tara.com/
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Kleine Kinder haben bereits einen eigenen moralischen Kompass. Tara wird in der zweiten Geschichte herausgefordert: Wie weit folgt sie ihrem Freund, der etwas Verbotenes machen möchte, wie fest hält sie dagegen? Lässt sich ein Kompromiss finden? Abwägen und geschicktes Vorgehen sind gefragt.

Dann im späteren Kindesalter beginnt die Phase des sich selbst Verortens und der Selektion. Zuerst ganz subtil. Der bewusste Individualismus wirft die ersten Fäden aus. Und es geht lange, manchmal dauert es ein Leben lang, bis man daraus ein festes Netz zu spinnen vermag, das einen mit starken Strängen und allen Verästelungen dazwischen trägt.

Während dieser wichtigen Phase im Leben können gute oder schlechte Freunde sehr prägend sein. Davor habe ich als junge Mutter manchmal Respekt. Ich habe Respekt vor dieser Zeit, in der mein bald zehnmonatiger Sohn Henri in einem Alter sein wird, in welchem die Einflüsse aller Lebens- und Ideologiebereiche nach und nach von einem noch kindlich-jugendlichen System erfasst werden.

Partys, Alkohol, Drogen, Pornos und tiefere Abgründe menschlichen Handelns wie Missbrauch, Gewalt, Hass. Kann ich mein Kind davor bewahren? Kann und will ich als Mutter überhaupt steuern, mit welchen Menschen sich mein Kind abgibt? Bis zu einem gewissen Alter macht das für mich Sinn. Das Kleinkind ist pur, es braucht Schutz, Liebe, Zuneigung und Input. Dieser Prozess wird im Vor- und Schulalter angereichert, weniger steuerbar – und das ist gut so. Das Kind wird nach und nach Teil der Gesellschaft. Das Soziotop erzieht und bildet mit. Menschen kommen, werden zu Freunden, Vorbildern oder Gegenteiligem, sie bleiben, gehen und hinterlassen Spuren. Das ist das Leben. Ein einzigartiger Formierungsprozess – der den Weg zum eigenen Ich zeichnet.

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Mit Freunden macht alles mehr Spass, das weiss auch Tara.

http://app-tara.com/

Schlussendlich glaube ich fest daran, dass man einem Kind in den ersten Lebensjahren Sicherheit und gute Wurzeln mitgeben muss. Dann ist vieles für einen glücklichen, gelingenden und selbstbestimmten Lebensentwurf getan. Von Anfang an bilden diesbezüglich die Gene, und später dann auch das Glück die richtigen Freunde und Menschen zu treffen, wichtige Schlüsselfunktionen.

Ich glaube daran, dass alles morphogenetisch ist, dass wir Menschen verbunden sind und dass wir diesbezüglich mit ganz feinen Sinnen ausgerüstet sind. Freundschaften machen unser Leben reich. Sie zählen zum grossen Lebenskreis der Liebe. Ich wünsche allen Kindern gute Freunde. Denn durch Freundschaft bilden wir uns weiter und für unsere Gesellschaft das Verständnis für Respekt, Andersartigkeit und Nächstenliebe.

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