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Schlitteln an der Rigi

Schneller als der Schnee-Sturm

Von wegen Elsa – die Schneekönigin heisst Rigi! Der berühmteste Berg der Zentralschweiz ist ein Wintersportmekka. Familie Nick erkundet die wunderschönen Schlittelwege bei Schneesturm. Ein ganz besonderes Erlebnis!

Umkehren oder nicht? Die Wetter-App hat versagt, und statt flockigem Schneefall tobt ein Wintersturm auf der Rigi. Auch hat Familie Nick die Skihelme für die Kinder vergessen. «Was machen wir jetzt?», fragt Mama Jasmin ihren Mann Emmanuel. Die Kinder und der freundliche Herr im Schlitten-Vermietungscenter nehmen den Eltern die Entscheidung ab. «Ich finds mega!», ruft Miya Malou, 7, und rennt mit ausgestreckten Armen durch den frischen Pulverschnee. «Wir haben hier auch ein paar Helme und Skibrillen zum Ausleihen», sagt der nette Herr.

Mitnehmen? Nur gute Laune!

Im Vermietungscenter Rigi Kulm gibts ausser Winterkleidern fast alles zum Ausleihen: Schneeschuhe, Kindersitze, Stöcke … Die Holzschlitten kosten 15 Franken (dazu 10 Franken Depot). Nicks nehmen zwei. Seya, 9, hat den eigenen Schlitten mitgebracht: einen Lenkerbob mit drei Kufen, den er Anfang Dezember im Adventskalender hatte. «Natürlich verbarg sich nicht hinter jedem Türchen so ein grosses Geschenk», sagt Jasmin. «Aber da es heuer so früh Schnee hatte, wärs schade gewesen, damit bis zum 24. zu warten.»

Viele Wege führen ins Tal

Von den fünf Schlittelwegen mit mehr als 14 Kilometer Länge, die an der Rigi Richtung Tal führen, hat Familie Nick den Abschnitt zwischen Rigi Kulm und Klösterli gewählt. 20 Minuten soll die Fahrt dauern. «Bei diesem Wetter plant ihr lieber etwas länger ein», meint der Schlittenvermieter.

Die Königin der Berge, wie Einheimische ihre Rigi liebevoll nennen, ist ganz in Weiss getaucht. Der Schnee fliegt den Besuchern nur so um die Ohren. An der Bergstation der Rigi-Bahn, die eigentlich für ihre wunderbare Weitsicht und das Panorama über den Zugersee berühmt ist, sieht man keine zehn Meter weit. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Familie Nick hat den Schlittelweg für sich ganz allein! «Und schon ein paar Meter weiter unten wird das Wetter besser», verspricht ein Ortskundiger.

Schlitteln Rigi

Frisches Weiss! Auf Neuschnee flitzt man vielleicht nicht ganz so schnell, dafür ist der Boden ganz weich, falls Miya Malou und Lua vom Schlitten fallen.

david birri

Einmal im Express durchs Winterwunderland

Los gehts! Seya, mit neun das älteste der Kinder, zieht auf seinen drei Kufen davon, dass es nur so stäubt. Vater Emmanuel sprintet ihm mit der Kleinsten, der dreijährigen Lua, hinterher. Mutter Jasmin setzt sich zu Miya Malou auf den Schlitten. Und tatsächlich: Bereits nach drei Minuten Fahrt lichtet sich das Schneegestöber und gibt den Blick frei auf ein märchenhaftes Winterwunderland – verschneite Tannen, Schneedünen und sogar …

«Mama! Schau! Ein gefrorener Wasserfall!», ruft Miya Malou. Beide blicken zu den riesigen Eiszapfen hoch, schon landet ihr Schlitten in einem Schneehügel. «Zum Glück haben wir die Helme dazugemietet», sagt Jasmin und lacht, als sie der Tochter die weissen Flocken vom Rücken klopft.

Ende und Pulver gut, alles gut!

Wehgetan hat sich niemand. Die Schlittelwege an der Rigi sind einfach zu fahren und gut abgesichert. Genauso wie die Winterwanderwege und die Skipisten. Hochalpine Schussabfahrten fehlen, dafür bedienen sieben Skilifte zahlreiche leichte bis mittelschwere Pisten. Und man kann Funsportarten wie Airboarden ausprobieren. Das macht die «Königin der Berge» zu einem der familienfreundlichsten Ausflugsziele der Region.

Unterwegs gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einzukehren und sich aufzuwärmen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: der Imbiss Rigi-Pic, die gutbürgerliche «Bärenstube», das Panoramarestaurant oder das Hotel Alpina bei der Station Kaltbad. Und auch beim «Kösterli», wo Nicks nach rund 40 Minuten Schlittenfahrt ankommen, kann man heisse Schoggi bestellen. Das Fazit der Familie: «Zum Glück haben wir nicht abgebrochen!»

Von Sylvie Kempa am 12.02.2019