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  3. Herzogin Meghan und Chrissy Teigen: so unterschiedlich gehen sie mit ihrer Fehlgeburt um

Tabu-Thema Fehlgeburt

Meghan oder Chrissy – wie soll man um sein Baby trauern?

Beide stehen in der Öffentlichkeit und beiden ist etwas vom Schlimmsten passiert, was einer werdenden Mutter passieren kann: Meghan Markle und Chrissy Teigen haben ihr Ungeborenes verloren. Während das Model und ihr Mann herzzerreissende Worte und Bilder auf Social Media posteten, stellt die Herzogin von Sussex ihren eigenen Verlust in einen grösseren Zusammenhang.

Herzogin Meghan schwanger Januar 2019

Die schwangere Meghan im Januar 2019. Das zweite Baby der Herzogin von Sussex starb im Mutterleib, wie jetzt bekannt wurde. 

imago/i Images

Passiert ist es beim Wickeln ihres Sohnes. Herzogin Meghan, 39, hatte plötzlich starke Schmerzen und fiel mit Sohn Archie zu Boden. «Ich wusste, als ich mein erstgeborenes Kind umarmte, dass ich mein zweites gerade verloren habe», schreibt Meghan in einem Essay für die «New Yorks Times». Später, im Spitalbett, als sie die Hand ihres Mannes Harry, 36. hielt, habe sie an die Wand gestarrt und gedacht: «Wie werden wir heilen?»

Dann stellt die Herzogin von Sussex das, was ihr passierte, in einen grösseren Zusammenhang, denkt an all die Menschen, bei denen das Schicksal gnadenlos zuschlug und kaum aushaltbare Verluste bescherte.

Fotos aus dem Krankenhaus

Sehr viel bildhafter beschrieb Supermodel Chrissy Teigen, 34, den Verlust ihres dritten Kindes Anfang Oktober: «Ich lag im Bett, blutete und blutete, leicht, aber den ganzen Tag. Alle paar Stunden wechselte ich meine Windeln, wenn es mir unangenehm wurde, in meinem eigenen Blut zu liegen.» Damit nicht genug: Sie und ihr Mann, Musiker John Legend, 41, posteten nach der stillen Geburt von Söhnchen Jack im sechsten Monat Bilder aus dem Krankenhaus auf Social Media.

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Chrissy Teigen John Legend

Unter anderem dieses Bild posteten Chrissy Teigen und John Legend nach der stillen Geburt ihres dritten Kindes. 

Instagram/chrissyteigen

Das kam nicht bei allen gut an. «Es ist irgendwie krank, dass du gute Fotos machst, wenn du gerade ein Kind verloren hast», war in den Kommentaren zu lesen. Oder: «Wer macht ein Foto von seinem tiefsten Schmerz und teilt es mit Fremden?» Nun, Chrissy Teigen tut es. Und zwar bewusst.  «Ich war dabei und ich entschied, diese Bilder zu machen. Auch für die Menschen, die sie brauchen, weil sie etwas Ähnliches erlebt haben oder sich damit befassen wollen. Alles andere kümmert mich nicht.»

Meghan und Chrissy sind Vorbilder

Aus dem gleichen Grund hat sich Meghan Markle dazu entschieden, sich öffentlich über ihre Fehlgeburt zu äussern. Auch wenn sie das etwas zurückhaltender tut als Chrissy Teigen. Aber: «Ein Kind zu verlieren, bedeutet, eine kaum auszuhaltende Trauer mit sich zu tragen, die viele erlebt haben, über die aber nur wenige sprechen», schreibt sie.  Und weiter. «Obwohl dieser Schmerz so alltäglich scheint, bleibt der Dialog dazu tabu, ungewollt schämen wir uns und befeuern so den Zyklus des stillen Leidens immer weiter.»

Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, um mit einer Fehlgeburt umzugehen. Aber Schweigen wird am Ende immer der schmerzhafteste sein. Wenn Vorbilder wie Meghan und Chrissy das Schweigen brechen, sind wir auf gutem Weg, dieses wichtige Thema auch in unserem Alltag nicht mehr so sehr zu tabuisieren.  Denn, wie Meghan so treffend schreibt: «Wenn wir unseren Schmerz teilen, heilen wir.»

 

 

 

Von SC am 25.11.2020
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