Auf einen Espresso Über Ausländer, Erziehung und gefährliche Milde

Frank A. Meyer und Marc Walder - Fragen und Meinungen zu den Themen der Woche.
FRANK A. MEYER, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin. MARC WALDER, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland.
© Thomas Buchwalder FRANK A. MEYER, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin. MARC WALDER, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland.

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, leben nicht schon viel zu viele Ausländer in der Schweiz?
Sagen wir es so: Die Schweiz lebt mit sehr vielen Ausländern sehr unterschiedlicher Herkunft. Sie lebt immer noch gut mit ihnen. Aber man muss auch sagen: Das Problem mit manchen Ausländern ist nicht zu übersehen und erst recht nicht zu verdrängen.

Lassen Sie uns über diesen kleinen Teil von Ausländern reden, der Probleme macht. Eine volle Woche lang berichtete der «Blick» über eine kriminelle Clique in Hochdorf bei Luzern. Anführer ist ein 22-jähriger Serbe kosovo-albanischer Herkunft, der den ganzen Ort terrorisiert: Diebstähle, Körperverletzung, Hehlerei, Drogendelikte, Sachbeschädigung
… und die Behörden geben sich hilflos. Sie behaupten, ihnen seien durch das Gesetz die Hände gebunden. Der Typ feierte gerade noch unbehelligt Fasnacht. Ein normaler Bürger kann das nicht fassen. Ein klassischer Fall.

Warum klassisch?
Weil wir Angst haben zuzuschlagen.

Zuzuschlagen?
Richtig. Mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen: mit dem Gesetz und mit administrativen Zwangsmassnahmen. Stattdessen nähern wir uns diesen Gewalttätern, als seien sie arme Flüchtlinge, denen wir mit Nachsicht aus der Misere helfen müssen. Doch diese jungen Männer sind geprägt von autoritären und totalitären Kulturen des orthodoxen Christentums und des Islam; sie stammen aus Regionen, die von Krieg und Gewalt gebeutelt sind. Solche Leute wollen wir mit sozialpädagogischen Methoden von ihrem Treiben abhalten. Es ist einfach grotesk!

Sie gehen hart ins Gericht mit der linken Lehre, wonach man gerade Konflikt-Jugendlichen Chancen einräumen muss.
Die Chance dieser Jugendlichen besteht darin, dass sie bei uns in einem freien und demokratischen Land leben können.

Und wenn sie das nicht verstehen?
Dann müssen sie durch unsere Rechtsordnung zu einem Verhalten gezwungen werden, das Freiheit und Demokratie entspricht. Gezwungen werden heisst: erzogen werden. Streng erzogen werden. Mit null Toleranz. Denn Härte ist die einzige Sprache, die diese Täter verstehen. Wer unsere Gesetzeskultur und unsere Verhaltensregeln nicht akzeptieren will, für den gibt es Gefängnis und Ausschaffung.

Sind wir Schweizer also zu verständnisvoll?
Lieber Marc Walder, die Bürgerinnen und Bürger von Hochdorf sind nicht verständnisvoll! Aber die linken Theoretiker der Ausländerpolitik blenden das Problem aus. Hochdorf darf für sie nicht sein, also ist es nicht.

Wie kommt das?
Die Verdränger sind nicht mit den Konflikt-Ausländern konfrontiert, ganz im Gegensatz zu den einfachen Bürgerinnen und Bürgern, die ihren Alltag mit ihnen teilen müssen. Diese Bürgerinnen und Bürger leisten die ganze Integrationsarbeit. Kommen sie dabei in Bedrängnis wie in Hochdorf, dann brauchen sie die Hilfe von Politik und Behörden. Und keine Sozial-Romantik.

...............................................................................................................................................

Ihre Meinung interessiert uns! Diskutieren Sie mit - im unten zur Verfügung gestellten Kommentarfeld.

Auch interessant