Notabene von Chris von Rohr «Demokratia??»

Musiker, Produzent und Autor Chris von Rohr, 66, schreibt in seiner neuesten Kolumne über die Demokratie und was davon noch übriggeblieben ist.

Vor fünf Jahren sang ich meinem griechischen Freund Nikos das hohe Lied der Demokratie. Er lachte mich offen aus: «Christo! Demokratia?? Vergiss es – die gibts weder hier in Griechenland noch bei euch in Hellvetia. Es sind das Geld, die Lobbyisten, die Eliten und die Bilanzenfälscher, die die Welt regieren.» Ich dachte, Nikos, einst Matrose, heute Land- und Hotelbesitzer, übertreibe, er habe zu viel Raki getrunken. Trotzdem verfolgen mich seine Worte seither wie ein Geist.

Ich habe viele Freunde und Mitarbeiter in Deutschland. Die berichten mir, sie hätten gar nichts mehr zu melden. Sie könnten zwar noch alle paar Jahre einzelne Abgeordnete wählen, die dann in Berlin oder Brüssel bürgerfern regieren. Wann wurde in Germanien schon das letzte Mal über irgendwas vonBedeutung abgestimmt? Das übernehmen andere. Ihr Oberhaupt, gemeinsam mit ein paar Untergebenen, bestimmt im Hauruckverfahren, was geht und was nicht. Zum Beispiel Atomkraftwerke sofort abstellen, Kohlekraftwerke wieder an, Quecksilbersparlampen rein, alte Glühbirnen raus. Eine Million Migranten rein. «Wir schaffen das.» Zack. Ja, aber wer genau schafft das? Die im inneren Zirkel, jene, die richtig gross verdienen, sicher nicht. Dem Fussvolk, den Lehrern und den Sozialarbeitern an der Basis, ist das Lachen längst vergangen.

Der frauenverachtende Islamismus ist auf dem Vormarsch

Bald zwei Millionen Kinder leben von Hunger-Hartz 4 und sind froh, wenn ihre Füsse nicht zu schnell wachsen. Der frauenverachtende Islamismus ist ungestört auf dem Vormarsch, Gewaltverbrechen sind es auch. Das Befremdende: Wer da die Worte Justiz, Integration, Flüchtlinge, Asyl, Disziplin, Ehre, Werte, Wahrheit, Loyalität, Mut, Anpassung, Respekt – oder wenigstens drei dieser Begriffe – öffentlich in einem Satz erwähnt, bekommt ein Problem. Mit wem? Mit einer Subkultur; selbst ernannten, ewig mahnenden Ideologen und Demokratiewächtern. Oft zu reiche oder zu faule Menschen. Man sieht und hört sonst nichts Vernünftiges von ihnen. Aber wehe, da kommt einer und macht den oben erwähnten «Fehler» – dann schiessen sie wie Pilze aus der dunklen, feuchten Erde und verhindern jeden vernünftigen, herrschaftsfreien Diskurs. Ohne weitere Betrachtung, was der Hinterfrager eigentlich sagen möchte, steht er am Pranger, seine Rechtfertigung oder Erklärung geht im ganzen Nazikeulen-Getöse unter.

Diese Stigmatisierung ist allumfassend. Jedem verurteilten Pädophilen wird mehr Toleranz zuteil. Es gibt nur eine Wahrheit: die der peitschenschwingenden Hüter der Political-correctness-Fanatiker. Man kann diese Extremisten mit einem Fahrlehrer vergleichen, der aus der Tatsache, dass einer seiner Schüler beim Rechtsabbiegen einen schweren Unfall gebaut hat, die Konsequenz ableitet, dass Rechtsabbiegen grundsätzlich unter schwersten Sanktionen stehen soll und für niemanden eine Alternative darstellen darf.

Wo gibt es überhaupt noch reale Demokratien?

Klar muss man das Ganze aus Deutschlands Geschichte heraus sehen. Vor nicht langer Zeit war dieses Land ein Kaiserreich, und dann kam der Verrückte ans Ruder und legte alles in Schutt und Asche. Trotzdem: Wir schreiben das Jahr 2018, und die heutige Generation kann man nicht für diese unsäglichen Schweinereien auf ewig vorverurteilen. Die deutsche Regierung scheint ihrem Volk wenig zu vertrauen, es muss bevormundet werden. Das letzte halbe Jahr mit dem Hickhack um die Regierungsbildung hat bewiesen, dass es den Protagonisten vor allem um Machterhalt geht.

Weitsichtige Politiker, im Sinne von Moderatoren einer Meinungsbildung, die dann zu grösseren Mehrheiten durch Überzeugungsarbeit führen könnten – die gibt es nicht mehr. Langsam fragt man sich, wos überhaupt noch reale Demokratien gibt. Parteidoktrin zur Bewahrung der Privilegien ersetzt den gesunden Menschenverstand und die gewissenhafte und objektive Sachverhaltsdarstellung von Problemen, gestützt durch zu staatsunkritische Medien. Das kultiviert Unmut. Und was aus Wut und Hass werden kann, zeigt uns die Geschichte mehr als deutlich. Es müssen nur eine echte Wirtschaftskrise und die Eskalation des ganzen Schuldenwahnsinns dazukommen.

Warum soll ich noch abstimmen?

Und die Schweiz? Mein Gärtner meinte letzthin: «Unser Rechtsstaat ist doch längst unterwandert. Politiker, Richter und Hintermänner machen, was sie wollen. Warum soll ich noch abstimmen gehen? Angenommene Volksinitiativen (Verwahrung, Ausschaffung krimineller Ausländer, Masseneinwanderung) werden einfach übergangen. Man will im Grössenwahn unser einmaliges Erfolgsmodell der direkten Demokratie, Weltoffenheit und Selbstbestimmung achtlos begraben.»

Und wieder höre ich die Worte von Nikos …

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