«Gschichte vo hie und hütt» mit Pedro Lenz Eifach ganz normau

Pedro Lenz, 50, Mundart-Schriftsteller und Publizist, sinniert in seiner Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» über Normalität.

Mängisch muess me öpperem si Namen ufschriibe. De frogt me zum Bischpüu: «Du, sorry, säg schnäu, schriibsch du eigetlech Christoph mit PH oder Christof mit F am Schluss?» Oder es angers Mou frogt me: «Entschuudigung, schriibet Dir Meier mit I oder mit Ypsilon ir Mitti? Und chunnt bi Margrit no ne H nach em T?»

Di Froge si nüt Abnormaus. Es git jo ganz vüu Vor- und Nachnäme, wo me nid eifach sicher cha wüsse, wie dass me se muess schriibe, wöus verschiedeni Variante git. So gseh, dünkts eim normau und fasch nid erwähnenswärt, dass me vo Fau zu Fau bi de beträffende Lüt muess nochefroge.

Öppis dünkt eim auerdings weniger normau: Sobau dass me vo öpperem wott wüsse, wi me si Name söu schriibe, isch d Antwort fasch immer di gliichi. Praktisch aui Lüt, wo me frogt, säge grad spontan: «Eifach ganz normau.» Im Einzufau cha de das eso töne: «Eifach ganz normau: Matthias, mit zwöi T und H.» Oder der Nöchscht seit: «Eifach ganz normau, Mathias, mit eim T und eim H.» Und der Dritt seit: «Eifach ganz normau, Mattias ohni H mit zwöi T.» Meh oder weniger aui Lüt hei meh oder weniger immer ds Gfüeu, so wi sis mache, sigs normau.

Es git Lüt, wo ir Beiz säge, si wöuen es ganz normaus Kafi und meine de es Kafi Creme

Das isch natürlech nid nume bim Schriibe vom Namen eso. Es git Lüt, wo ir Beiz säge, si wöuen es ganz es normaus Kafi und meine de zum Bischpüu es Kafi Creme. Wie wenns es augemeins Iiverständnis drüber gub, was es normaus Kafi isch. Im Luzärner gits Lüt, wo nes Kafi erscht denn normau finge, wenn e Schluck Brönnts dinnen isch. Und de chunnt bim Kafi no derzue, dass i töune Mundarte ds Kafi sächlech isch, und i angerne Mundarten isch der gliich Kafi männlech. Beides isch normau, aber äbe haut numen i bestimmte Gägende.

Ig persönlech, i ha gärn Normalität. Normalität isch ir Regu e friedleche Zuestang. Aues, wo mer normau vorchunnt, isch beruhigend und macht ds Läben eifacher. Ds Problem isch nume, dass i nid immer ds gliiche Züg normau finge wi d Lüt um mi ume. Und e Normalität, wo nume für eim säuber güutig isch, isch äbe ou nid ganz normau.

Ei Tag han i zum Bischpüu e Frou im Quartier ghört jammere, es sig afe würklech nümm normau. «Dir heit rächt, das isch genau eso!», han i zuere gseit, obwouh dass i denn dörte kei Ahnig ha gha, vo was dass di Frou redt.

Im erschte Momänt het si chli komisch gluegt, wöu si ihre Satz gar nid zu mir het gseit gha. Aber nächär het si gnickt und het zuemer gseit: «Gäuit. Drum sägen is jo.» I ha zrügggnickt und bi witergloufe. Es isch fasch ganz e normale Wortwächsu unger normale Nochbere gsi. Di Frou heisst übrigens Frou Spychiger, ganz normau Spychiger mit Y und I. Oder möglecherwiis ou ganz normau Spichiger mit zwöinen I. Me müesst se vilecht einisch froge.

Im Dossier: Weitere Geschichten von Pedro Lenz und «Notabene»-Kolumnen

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