Pedro Lenz' «Gschichte vo hie und hütt» E hervorragendi Jassere

Pedro Lenz, 50, Mundart-Schriftsteller und Publizist, schreibt in seiner Mundart-Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» übers Jassen und eine kinderlose Frau Jaccottet.

Me cha jo eigetlech meischtens öppis lehre, we me chli mit de Lüt redt. Nume, was men im Einzufau genau lehrt und i welem Zämehang, dass mes lehrt, das cha eim de aube scho no überrasche.

Ob is ächt ou scho gmerkt heig? Jasse sig gägewärtig wieder rächt aagseit, het mer en aute Maa verzöut, won i ei Tag e Psuech im Autersheim ha gmacht. Momou, är säuber, är sig ds Läbe lang e liideschaftleche Jasser gsi. Und är heig auso chönne beobachte, dass d Jass-Mode praktisch immer i Wäue chömm und göng. Fasch gäng, weme ds Gfüeuh heig, es wärdi nümme so vüu gjasset, gäbs nöimen e nöien Ufschwung. Einisch siges d Studänte, wo i ds Jassfieber chieme, es angers Mou siges zum Bischpüu d Husfrouen oder d Soudaten und so witer.

Das heig wahrschiinlech mit em Fernseh z tüe, han i vermuetet. Im Fernseh wärdi jo ständig gjasset. Und aues, wo im Fernseh chöm, sig äbe wichtig.

Der aut Maa het der Chopf gschüttlet. Är gloubi nid unbedingt, dass ds Fernseh uf das en Iifluss heig, het er gseit. Die Jass-Sändige im Fernseh gäbs jo scho lang. Aber trotz de Jass-Sändige wärdi mängisch meh und mängisch weniger gjasset. Und äbe, wi gseit, im Momänt heig ds Jasse grad wieder es Höch und zwar i de Städt und uf em Land, uf beidne Site vor Jasschartegränze.

Im Fernseh wärdi jo ständig gjasset. Und aues, wo im Fernseh chöm, sig äbe wichtig

Mi persönlech heig ds Jasse nie so richtig möge packe, han i zum aute Maa gseit. I heigs nid gärn, wenn nach jedem Umgang gliiret wärdi, was me wenn und worum ganz angers hätt söue usspiele. Mit deren ewige Besserwüsserei heig me mir ds Jasse scho ir Chindheit z verleide gmacht. Ussertdäm, chöng i mer eifach aube nid merke, weli Charte, dass scho gspüut sige worde.

Routine, het mer der aut Maa gseit. Es sig aus zäme numen e Frog vor Routine. Und ob i ächt d Frou Jaccottet kenni, die vor Bahnhofstross?

Nei, dä Name säg mer grad nüt.

Das verwungerine jetz, dass i die nid kenni. Wöu die Frou Jaccottet, das sig e hervorragendi Jassere. Aues nume wäge der Routine. Si und ihre Ma heigen äbe keni Ching chönne ha. Drum heige si scho früecher meh Zit gha zum go jasse. Wäge däm sige beid zäme wahnsinnig guet im Jasse gsi. Är, der aut Jaccottet, läbi leider scho lang nümm. Aber si, d Frou, die jassi no regumässig und zwar tadulos.

Won i mi ändlech uf e Heiwäg ha gmacht, han i no chli a däm Thema umegstudiert. Die Frou Jaccottet sig auso e sehr e gueti Jassere, wöu si keni Ching het chönne ha. Das het mi bemerkenswärt dünkt. Dass e guete Schwinger schwär und chräftig muess si, dass han i gwüsst. Dass e guete Volleybauer ender gross und e guete Kunschtturner ender chliin sött si, han i äbefaus gwüsst. Dass aber e gueti Jassere idealerwiis chinderlos isch, das han i a däm Nomitag nöi derzue glehrt.

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