«Gschichte vo hie und hütt» mit Pedro Lenz «Der Max vom Spitz»

Pedro Lenz, 51, Mundart-Schriftsteller und Publizist, stellt in seiner Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» Max vor, der das «Hu» der isländischen Fussballfans schon längst praktiziert. An den Spielen des FC Breitenrein.

So, fertig gschuttet am Fernseh. Jetz si vermuetlech au zäme froh, dass di Fuessbau-Europameischterschaft ändlech düren isch.

D Experte si froh, wöu si nümm jede Tag öppis vo schnäuem Umschautspüu und solider Viererchötti müesse verzöue. Di ächte Fuessbaufans si froh, wöu si jetz de gli wieder richtigi Mätsche ohni Nationauhymne, ohni Wärbeblabla und ohni Fasnächteler uf de Tribüne chöi go luege. Und d Modefans si froh, wöu si jetz nümm müesse dergliiche tue, si heigen en Ahnig vo däm Sport.

Eine, wo sech ganz bsungers fröit, isch der Max vom Spitz. Der Max isch der gröscht Fan vom FC Breiterain z Bärn, und är fröit sech druf, dass i wenige Wuche di ganz normali Meischterschaft wieder aafoht. Der FC Breiterain isch e Stadtclub, wo uf em Spituacher spüut, auso uf em Spitz, wi d Lüt dörte däm aute, chliine Quartierstadion säge.

Der Max isch eine vo de wenige, wo si Club lut aafüüret, wöu dört uf em Spitz darf me drum wäg den Aawohner nid z lut Fröid ha am Schuttmätsch. Aber am Max isch das chli gliich, är isch, wi gseit, e Riesefan vom FC Breiterain. Immer wieder ghört me a de Mätsche, wi der Max rüeft: «Hopp, Breiterain - Hu! Hopp, Breiterain - Hu!» Vor auem das churzen und prägnante «Hu» am Schluss isch wichtig. «Hopp, Breiterain - Hu! Hopp, Breiterain - Hu!» isch der Hingergrundsound a de Meischterschaftsspüu uf em Spitz. Das isch scho sit mängere Saison eso. Mängisch isch es der Max ganz alleini, wo das rüeft, und mängisch hets no angeri, wo mitrüefe.

Ds «Hu» ghört am FC Breiterain oder, genauer gseit, am Max vom Spitz



Das «Hu» am Schluss vom Ruef isch es Marggezeiche vom Spitz, me hets bis letscht Saison i keim angere Stadion vor Schwiz ghört. Aber ar Europameischterschaft z Frankriich hei di isländische Fans das «Hu» äbefaus aafo bruuche. Und wöu ds Fernseh und di soziale Medie sehr schnäu sehr wit usstrahle, kennes jetz Millione vo Mönschen uf der Wäut. Au zäme hei Fröid gha drannen, und vüu hei gfunge, das sig einmalig, das «Hu» vo den Isländer.

Nume, meinet dir, irgendeine vo denen Isländer heig irgendeinisch drüber nochedänkt, dass das «Hu» eigetlech am Max ghört? Sicher nid! Si heis eifach kopiert, ohni der Urhäber z erwähne. Drum haute mer das do jetz i auer Dütlechkeit fescht, dass es ömu de für aui Zite klargstöut isch: Ds «Hu» ghört am FC Breiterain oder, genauer gseit, am Max vom Spitz. Aus angeren isch nüt aus büuigi Nochemacherei. Am Max säuber spüut das wahrschiinlech ke Roue. Är het der Fuessbau gärn, und är bruucht ke Fernsehkamera zum Driwinke. Der Max steit eifach am Rand vom Spüufäud und fieberet mit, und zwar ds ganze Johr und bi jedem Wätter. Dass er ganz näbebi no ne wäutwit beliebte Ruef het iigfüert, änderet nüt. Gubs meh söttigi Fans wi dä Max vom Spitz, de wär der Fuessbau no besser. «Hopp, Max, Hu!»

Im Dossier: Weitere Geschichten von Pedro Lenz und «Notabene»-Kolumnen

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