Pedro Lenz' «Gschichte vo hie und hütt» Suechverlouf isch Siechverlouf

Pedro Lenz, 53, Schriftsteller und Publizist, sinniert in seiner Mundart-Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» über das Googeln und seine Konsequenzen.

Ima mi nümm bsinne, wenns aagfange het, auso wenn dass i zum erschte Mou öpper ha ghört ds Verb «google» bruuche. Es het mi jedefaus denn es logisches Verb ddünkt, und tatsächlech het sech das Verb relativ rasant i verschidene Sproche düregsetzt. Hütt weiss öppe jede, was mit «google» gmeint isch. Im Änglische gits sogar ds Adjektiv «ungoogleable» für öppis, wo me nid cha google, ou wenn i mer nid cha vorstöue, was me nid sött chönne google.

Dass sech google aus Verb ou i de schwizerdütsche Mundarte düregsetzt het, zeigt übrigens näbebi no grad, dass üsi Mundarte tipptopp gedeihen und problemlos ir Lag si, nöii Begriffe iizbürgere.

Ungerdesse muess nis niemer meh cho erkläre, dass «google» es schwizerdütsches Verb isch. Aber vilecht weiss no nid jede, was «google» aus Tätigkeit für Konsequänze cha ha. Vo letscht het me nämlech chönne läse, gwüssi Chrankekasse sige dranne, üses Google-Verhaute ganz genau unger d Lupe z näh. Di Chrankekasse heige schiins Zuegriff uf üsi Suechverlöif bi Google. Und wenn jetz öpper zum Bischpüu Begriffe wi «Lungenemphysem», «Rauchstopp» oder «Heiligenschwendi» googlet, de wüssi d Chrankekasse ganz genau: «Aha, do het einen es Problem mit der Lunge. Dä wei mer nid versichere!»

Säg, was de googlisch, und Google seit der, was der fäuht

Wär auso uf eigeti Fuscht im Internet öppis über Chrankheite geit go google, dä erschtöut unbewusst es Gsundheits-Profiu vo sich säuber. Me cha sogar behoupte, dass üse Suechverlouf i däm Zämehang ou e Siechverlouf isch. Ganz nach em Motto: «Säg, was de googlisch, und Google seit der, was der fäuht.»

Aber nid nume d Chrankekasse wüsse hoorgenau, was mir der lieb läng Tag google. Wenn me zum Bischpüu bi Google nach Stichwort wi «Ferien» und «Karibik» googlet, de chunnt me nächär Wärbig für Reisedeschtinazione über. Und wenn me vüu zu Stichwort wi «Ferien» oder «Urlaub» googlet, de chunnt me wahrschiinlech ou no Wärbig für Wasserbett und luxuriösi Ligi-Stüeu über, wöu Google aanimmt, wär ständig nach Feriedeschtinazione googlet, sig e Fuupäuz und heig es grosses Budget.

I googlen einisch e ganze Tag lang überhoupt nüt

Aber blibe mer no grad bir Chrankekasse: Alei der Gedanke, dass mini Chrankekasse dank mim Google-Verhaute weiss, wo mini körperleche Schwachstöue si, macht mi no meh chrank.

Drum han i mer jetz vorgno, i wöu künftig bim Google regumässig fautschi Fährte lege. Ab sofort googlen i zum Bischpüu Stichwörter wi «Vollwertkost», «Achtsamkeit» oder «gesund kochen». De mäudet d Firma Google mire Chrankekasse: «Obacht, der Lenz läbt jetz wäsentlech gsünger aus i de vergangene Johr. Mir sötte nim vilecht mou e Prämievergünschtigung offeriere.»

Oder was no besser wär, i googlen einisch e ganze Tag lang überhoupt nüt. De meine Google und d Chrankekasse, i sig gstorben, und hören ändlech uf, mi Suechverlouf z analysiere.

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