17-Jähriges Absturz-Opfer ausser Lebensgefahr «Das Wichtigste ist, dass es ihr bald wieder gut geht»

190 Jugendliche trauerten gestern in einem Gottesdienst um ihre zwei verstorbenen 14-jährigen Jugendlagerkollegen und den 60-jährigen Piloten des Kleinflugzeuges, das am Morgen des 4. August in Pontresina abgestürzt ist. «Sie haben sich umarmt und einfach zusammen geschwiegen», sagt Yves Burkhard, Leiter des Aero-Club der Schweiz. Die 17-Jährige, die bei dem Unglück schwer verletzt wurde, ist mittlerweile in einem stabilen Zustand.

Am Donnerstag, 4. August, um 9.30 Uhr, kam es im Diavolezza-Gebiet unterhalb der Bergstation zum Absturz eines Kleinflugzeuges. Die Piper PA-28 war, mit drei Passagieren und dem Piloten an Board, auf einem Rundflug im Engadin unterwegs. Dieser fand im Rahmen des 35. Jugend-Lagers des Aero-Clubs statt. Zwei 14-jährige Buben und der 60-jährigen Pilot konnten nur noch tot geborgen werden. 

Eine 17-jährige Jugendliche wurde schwer verletzt ins Kantonsspital Chur geflogen. Diese sei mittlerweile ausser Lebensgefahr, teilt Yves Burkhardt, Generalsekretär des Aero-Clubs der Schweiz mit. «Das Wichtigste ist, dass es ihr bald wieder gut geht. Sie befindet sich in einem stabilen Zustand», sagt er gegenüber «Schweizer Illustrierte».

Trauergottesdienst für die Opfer

Gestern, am Abend des 4. August, fand im Jugendlager des Aero-Clubs in S-Chanf GR ein ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken der zwei Jungen und dem Piloten statt. «Die Jugendlichen haben Kerzen angezündet und wir haben über das Geschehen gesprochen und diskutiert», sagt Yves Burkhardt weiter. Man habe sich gegenseitig gestützt, um das Unglück zu verarbeiten.

Die 190 Jugendlichen trauern. Gemeinsam mit dem Care-Team und den 40 Lagerleitern liessen sie auf dem Vorplatz brennende Montgolfiere in den Himmel steigen. «Es war eine mystische Stimmung», erzählt Burkhardt.

 

«Sie haben sich umarmt und an den Händen gehalten»

 
In Gedenken an die zwei verstorbenen Jungen habe man zusammen einen Drachen gebaut, auf dem dann alle unterschrieben haben. «Wir schicken ihn nun ins Spital zu der verletzten Jugendlichen als Zeichen der Aufmunterung.» Besonders beeindruckt habe Burkhardt das Verhalten der Jugendlichen: «Sie haben Gefühle gezeigt, sich umarmt, bei den Händen gehalten und einfach zusammen geschwiegen.»
 

Heute, Samstag, gegen neun Uhr wurden die ersten Kinder von ihren Eltern abgeholt. Wer nicht mit dem Auto fährt, nimmt den Zug. «Solange die Eltern der verstorbenen Jungen es nicht wollen, möchten wir auch nichts sagen», sagt ein Junge, der zusammen mit einem Freund auf seinen Zug am Bahnhof wartet.

Unglücksursache immer noch ungeklärt

Wie es zu dem Unglück kam, ist nun Angelegenheit der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (sust). «Bis ein endgültiges Ergebnis feststeht kann es jedoch noch Monate dauern», sagt Christian Gartmann von der Motorfluggruppe Oberengadin, die die Rundflüge für das Jugend-Lager seit Jahren durchführen.

Am Morgen des vierten August sei die Sicht gut, der Wind ruhig gewesen. Laut Gartmann ideale Bedingungen. Nach seinem Start am Flughafen in Samedan habe sich der Pilot oberhalb von Pontresina von der Flight Information abgemeldet. «Gemeinsam mit einem anderen Flugzeug ist er in Richtung Diavolezza geflogen. Es gab absolut keine Anomalien.» 

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