Foto-Projekt After-Baby-Bodys: Wie sie wirklich sind

Heidi Klum, Herzogin Catherine und Co. machens vor: Kaum ist ihr Baby auf der Welt, zeigen sie sich schon wieder rank und schlank auf dem Roten Teppich. Relaxt!, fordert nun eine amerikanische Fotografin und Dreifachmama ihre nichtprominenten Leidensgenossinnen auf. In einer Fotoserie zeigt sie die wahren, unperfekten Körper von Müttern - und feiert sie.
4th Trimester Bodies Project After-Baby-Bodys
© Ashlee Wells Jackson / via Facebook.com

Schön - trotz Fettpölsterchen und Schwangerschaftsstreifen: Diese Botschaft will Fotografin Ashlee Wells Jackson mit ihren Schwarz-Weiss-Bildern von Müttern vermitteln.

Das Leben ist kein Ponyhof. Ist die strapaziöse, neunmonatige Schwangerschaft erst einmal überstanden und das Kind unter unerträglichen Schmerzen auf die Welt gebracht, geht der nächste Kampf schon los: Die überschüssigen Pfunde müssen wieder runter, und zwar schnell!

Herzogin Catherine ist schliesslich nicht einmal zwei Monate nach der Geburt ihres Prinzen wieder so dünn, als wäre sie niemals schwanger gewesen. Und Heidi Klum zeigte sich nur sechs Wochen nach ihrer Niederkunft wieder in Dessous auf dem Laufsteg - im Alter von 36 Jahren. Die alte Hebammenregel «was neun Monate wächst, braucht auch neun Monate, um wieder zu verschwinden» gilt längst nicht mehr. Hollywood gibt vor, was möglich ist. Und setzt nichtprominente Mütter - ohne eigenen Personaltrainer und Schönheitsdoktor - gehörig unter Druck.

Ashlee Wells Jackson zum Beispiel. Die amerikansiche Fotografin hat einen sieben Jahre alten Sohn und zwei Zwillingstöchter im Alter von zehn Monaten. Nach deren Geburt sei ihr Körper «verwüstet» gewesen, sagt die amerikanische Fotografin in einem Video, in dem sie ihr neustes Foto-Projekt beschreibt. Die Veränderungen an ihrem Körper seien für sie unakzeptabel gewesen. Vorerst zumindest. Denn bald habe sie feststellen müssen, dass es vielen anderen Frauen wie ihr gehe. Mit der Bild-Serie «4th Trimester Body Project» will sie nun ein Zeichen setzen. Sie lichtet Mütter in schwarzer Unterwäsche ab - mit all ihren Fettpölsterchen und Schwangerschaftsstreifen. So wie die meisten Körper nach einer Geburt und dem Stillen nun einmal aussehen würden, wie sie sagt.

Die Fotografin aus Chicago nutzt Facebook und Instagram, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Und sie will quer durch Amerika touren, um noch mehr Frauen für ihr Projekt zu begeistern. Dafür sammelt sie zurzeit Geld per Crowdfounding-Plattform «FundRazr». Die komplette Serie soll in einem Buch veröffentlicht werden, in dem jedes Bild mit einer persönlichen Geschichte des jeweiligen «Models» versehen sein soll. «Wir leben in einer Gesellschaft, die von der Perfektion besessen ist», sagt Jackson. «Das Ziel dieses Projekts ist es, den Fokus auf die Schönheit zu lenken. Darauf, wer wir wirklich sind.»

Das Ironische: Jackson hat nun mit den Tücken des WWW zu kämpfen - ihre Bilder wurden auf Facebook und Instagram teilweise verboten. Deshalb hat sie eine Online-Petition zum Schutz ihrer Kampagne lanciert. «The Huffington Post» hat bei den Betreibern der sozialen Netzwerke nachgehakt: Ein Facebook-Sprecher habe auf die FAQs verwiesen. Dort steht: Bilder von stillenden Müttern seien erlaubt. Aber: «Fotos, die eine vollständig entblösste Brust zeigen, während das Baby nicht aktiv trinkt, verstossen gegen die Facebook-Nutzungsbedingungen.» Es wird allerdings betont, dass jene Bilder, die beanstandet werden, fast ausschliesslich von anderen Facebook-Mitgliedern gemeldet werden.

Was halten Sie vom Foto-Projekt «4th Trimester Body Project»? Gefallen Ihnen die Bilder? Diskutieren Sie mit im Kommentarfeld unten!

Auch interessant