Familiensache in der Werkstatt Snowdrop Geschenk- und Traumfabrik

Für einmal nicht nur Schere, Leim und Papier. In der Ideen-Werkstatt Snowdrop in Eggenwil AG lernen Kinder und Erwachsene trendige Werkmaterialien kennen und verarbeiten. Und mit einer Prise Fantasie entsteht Erstaunliches. 

Janis ist ein vierjähriger Bub. Der süsse Rotschopf mit den kecken Sommersprossen ist das Nesthäkchen der Familie Nüssli Hüsser und neu auch Kindergärtler. Es gefällt ihm gut im Kindergarten, keine Frage. Aber «eigentlich wäre ich ja lieber Pirat», sagt er. «Einer mit Augenklappe und eigener Schatzinsel und Ruderboot.» Und heute ist endlich der Tag, an dem Janis sich seinen Wunsch erfüllen kann.

Mit seinen Eltern und seiner sechsjährigen Schwester Yaël verbringt Janis einen Vormittag in der Ideen-Werkstatt Snowdrop in Eggenwil AG. Das Atelier in der loftartigen Fabrikhalle ist im vergangenen November entstanden. Initiantin Ingrid Zellweger bietet hier allerhand handwerkliche Kurse an: Töpfern, Malen, Werken, offenes Atelier. «Das Spezielle bei mir ist, dass ich keine klaren Zielvorgaben mache. Jeder darf die eigene Kreativität und das Material selber entdecken.»

Janis und Yaël beginnen mit Lehm und kneten, ohne viele Fragen zu stellen, zielstrebig drauflos. Was es bei Yaël wird, ist schnell klar: Sie sticht ein Herzchen aus und verziert es mit den Buchstaben M-A-M-I. Schliesslich ist bald Muttertag. Bei Janis kommen Papa Christian und Mama Nicole jedoch ins Raten. Der kleine Bub teilt seinen Lehmklumpen in zwei Stücke. Eines drückt er flach, aus dem anderen formt er ein paar Würste, die er daraufhin auf den flachen Lehm drapiert. Er arbeitet konzentriert, schaut weder links noch rechts. Und Nicole muss ihn zweimal fragen, bis sie eine Antwort kriegt: «Wird das auch etwas für mich?» - «Nein», sagt Janis mit leichter Entrüstung in der Stimme. «Mami, das sieht man doch, das wird eine Pirateninsel!»

Während die kleinen Knetkunstwerke entstehen, haben sich die Eltern entschieden, einmal das Betongiessen auszuprobieren. «Es ist ja ein Trend, von dem man in letzter Zeit viel hört. Aber vorstellen kann ich es mir irgendwie nicht ganz», sagt Nicole.

Ingrid verteilt Handschuhe: «Das ist jetzt nicht mehr Wellness wie beim Lehm. Beton ist aggressiv zur Haut, da muss man aufpassen.» Und was lässt sich aus dem schweren Baumaterial alles herstellen? Vasen, Teelichter, Dekoration - eigentlich so ziemlich alles. «Auch eine Pirateninsel?», will Janis wissen.

Das Anrühren gehört bei Ingrid fix zum Programm. Denn die gelernte Dekorateurin vermittelt neben Spass auch Wissen. Auf den Regalen stapeln sich Kübel und Döschen mit verschiedenen Pulvern. Sogar die Malfarbe lässt die Kreativmeisterin ihre Kunden jeweils selbst mit Pigmenten anrühren. «Hier kann man sich das leisten», sagt die Mutter von zwei Kindern. «Zu Hause muss es oft etwas effizienter gehen und vor allem sauberer. Hier darf man auch ruhig mal herumsauen.» Die meisten ihrer Kunden sind jedoch nicht Kinder oder Familien, sondern Erwachsene. «Gerade im offenen Atelier, das zweimal pro Woche stattfindet, kann man mit unfertigen Basteleien vorbeikommen, wenn man nicht mehr weiterweiss. Dann helfe ich, die Dinge fertigzustellen.»

Auch Janis ist an einem Punkt angelangt, an dem er Hilfe braucht: Er hätte gerne gewusst, wofür die Cupcake-Förmchen gedacht sind, die auf dem Werktisch stehen. Ingrid zeigt ihm, wie man daraus kleine Deko-Törtchen giesst. Nach einer kurzen Znünipause dürfen die Kinder die Gipsformen bunt bemalen. Und Janis verkündet mit dem Pinsel in der Hand: «Ich male meines an wie eine Pirateninsel!»

Info Kurse, Preise und Öffnungszeiten der Ideenwerkstatt Snowdrop finden Sie online.

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