Schönheit über 50 Federica de Cesco: «Lachen und lästern hält jung»

Nervengift im Gesicht, Kunststoff im Busen, Pölsterli in den Wangen - warum tun Frauen sich das an? SI online hat mit prominenten Frauen gesprochen, die bewusst auf Schönheitschirurgie verzichten. Im dritten Teil unserer Interview-Serie erzählt Bestseller-Autorin Federica de Cesco, wie sich das Frausein im Alter verändert - und dass sie bei Operationen ein Angsthase ist.
Schönheitswahn-Serie Federica de Cesco in St. Urban Bibliothek
© Geri Born

Schriftstellerin Federica de Cesco: «Leute mit Botox brauchen einen Arzt, der sie ernst nimmt, sonst haben sie plötzlich so ein ‹Fledermausgesicht›.»

SI online: Federica de Cesco, Ihr Mann ist neun Jahre jünger als Sie - fühlten Sie sich je unter Druck, Ihr Aussehen auffrischen zu müssen?
Federica de Cesco: Nein, nie. Erstens käme ein Schönheits-Eingriff nicht in Frage, weil ich ein Angsthase bin. Zweitens finde ich das unnütz. Ausser bei besonderen Fällen, zum Beispiel bei Narben nach einem Unfall, zu grosser Oberweite, Missbildungen oder abstehenden Ohren, also bei all dem, was die Lebensfreude einschränkt. Da können Schönheits-OPs ein Segen sein. Die zahlt ja sogar die Krankenkasse. Käme ich auf die Idee einer Schönheits-OP, würde mein Mann sagen: «Gehts noch?» Doch jeder soll nach seiner Façon glücklich werden. 

Aber finden Sie die Selbstverständlichkeit, mit der heute solche Eingriffe gemacht werden, nicht bedenklich?
Doch, irgendwie schon. Viele Frauenzeitschriften banalisieren das. Coco Chanel hat mal gesagt: «Mode ist das, was unmodern wird.» Man sollte versuchen, nicht alles mitzumachen. Schönheits-OPs können auch eine Modeerscheinung sein. 

Wie gefällt Ihnen Ihr Körper?
Ich find mich okay. Ich habe genetisch bedingt eine gute Haut, meine Mama ist mit 102 Jahren gestorben und hatte kaum Falten. Mein Mann und ich machen schnelles Walking, zudem trainiere ich vor dem Schreiben täglich mit Hanteln und schwimme einen Kilometer.

Eine Wahnsinns-Disziplin! Sind Sie auch beim Essen so streng mit sich?
Ich mache kein Regime - bei einer fetten Schokoladentorte lange ich zu. Steht jedoch nachmittags eine Lesung an, gibts nur ein Süppchen.

Nehmen Sie sich heute mehr Zeit, sich zurecht zu machen?
Ja, mit 75 braucht man länger, das ist klar, da kommt man nicht dran vorbei. Wenn man im öffentlichen Leben steht, kann man nicht mit «verschludertem» Gesicht erscheinen.

Verändert sich die Identität der Frau mit dem Alter?
Geistig versucht man weiser zu werden - ist man aber nicht immer... Wenn mich etwas nervt, schimpfe ich gern auf italienisch los. Physisch muss man sich disziplinieren, kann nicht mehr die ganze Nacht an einer Party durchhopsen und das Gefühl haben, man sei am nächsten Tag wieder frisch. Meine Regenerationszeit dauert heute länger, ich brauche sieben bis acht Stunden Schlaf.

Was hält Sie jung?
Meine Partnerschaft, die Arbeit, das Reisen. Und täglich so viel lachen wie möglich. Mein Mann und ich sind grosse Lästerer. Am meisten über uns selbst. 

Porträt der Autorin Federica de Cesco
© Geri Born

«Ich find mich okay. Ich habe genetisch bedingt eine gute Haut», sagt Federica de Cesco. 

Im vierten Teil unserer Serie erzählt Heidi Maria Glössner, dass bei einer reifen Haut die Beleuchtung das A und O ist. Lesen Sie das Interview mit der Schauspielerin am Montag, 2. Dezember - auf SI online.

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