Quasselstrippe, Besserwisser & Co. Das sind die nervigsten Beifahrer

Mit dem falschen Mitreisenden kann eine lange Autofahrt in die Sommerferien schnell mal zur Tortur werden. Besserwisserische Beifahrer würde man am liebsten am Wegesrand aussetzen, Angsthasen ein Valium verabreichen. Was es sonst noch für Beifahrer-Typen gibt? Überwiegend Unangenehme.
Autoreise Beifahrer Typologie
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Gelobt seien die entspannten Beifahrer. Oder die schlafenden.

Die Sonne knallt aufs Autodach, der Stau vor dem Gotthard in Richtung Süden wird immer länger und der Tunnel - geschweige denn das Meer - ist noch lange nicht in Sicht. Keine entspannte Situation auf dem Weg in die wohlverdienten Ferien. Wenn neben Ihnen dann auch noch eine Nervensäge Platz genommen hat, ist die Erholung ein erstes Mal akut gefährdet. Der Verkehrspsychologe Egon Stephan von der Universität Köln weiss, was die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Fahrer-Beifahrer-Team ist: «Es muss Vertrauen zur Person am Steuer da sein, da es sich um eine Belastungssituation handelt», erklärt der Professor gegenüber Welt.de. Und teilt den Beifahrer in sechs verschiedene Typen ein. 

#1 - DER WEGWEISER
Sein Smartphone ist schlauer als das Navi? «Mein Google Maps sagt, wir müssen hier...» sind seine Lieblingssätze. Und: Er hat etwas Massgebliches vergessen: SIE sind der Kapitän! Und NICHT der Steuermann.

#2 - DER BESSERWISSER
Er kann einfach alles: Sogar den Ölstand spüren. Wenn er sich nur fest genug darauf konzentriert. Zwischendurch muss er ungefragt seinen Senf dazugeben. «Hier ist übrigens 50», «Achtung Blitzer» oder «Schalten wäre jetzt nicht verkehrt». Er oder sie nervt mit seinen nett gemeinten Ermahnungen. «Der Fahrer hat das meistens selbst gesehen», sagt der Verkehrspsychologe. Hilfreich sei höchstens der Hinweise auf Gefahren (wie beispielsweise ein rechts überholendes Auto), die man als Beifahrer tatsächlich besser im Blickfeld hat.

#3 - DER ENTERTAINER
Es ist lieb gemeint, extra eine Playlist mit Beruhigungs- oder Power-Musik für die Reise zusammenzustellen. Wenn man denn den Geschmack des Fahrers kennt. Ansonsten kann der so ganz andere Musikgeschmack auch genau Gegenteiliges bewirken. Denn: Heavy Metal ist nicht für jeden Balsam für die Seele. Im Prinzip ist der selbsternannte DJ jedoch nicht schlecht. «Weil sich der Fahrer auf Lenker, Gas und Bremse konzentrieren kann.» Zu viel Entertainment ist aber auch nicht gut: «Inhaltliche Ablenkungen sind für den Chauffeur problematisch.»

#4 - DIE QUASSELSTRIPPE
Politische Debatten, das Ergebnis der Fussball-WM oder Beziehungsprobleme. Wenn der Beifahrer erst mal losgelegt hat, hört er nicht mehr auf. «Grundsätzlich sollten emotional aufwühlende Themen nicht während der Fahrt diskutiert werden», rät Hans-Ulrich Sander vom deutschen TÜV. «Die lassen sich in einer solchen Lage meist sowieso nicht lösen, können aber zu einem Unfall durch Unachtsamkeit führen.» 

#5 - DER ANGSTHASE
Schlafen? Bloss nicht. Sonst könnte der Schisshase ja etwas verpassen. Ängstlich beobachtet er, was im Strassenverkehr vor sich geht und drückt beim kleinsten Anlass seinen rechten Fuss kräftig zu Boden. Und die Hand? Die krallt sich entweder um den Haltegriff oder am seitlichen Türgriff fest. «Menschen fällt es schwer, die Kontrolle abzugeben. Zur Passivität verurteilt, befinden sie sich dann in einem permanenten Spannungszustand und fühlen sich dem Fahrer quasi ausgeliefert», erklärt Egon Stephan. 

#6 - DER SCHLÄFER
Er ist der liebste aller Beifahrer: der Schläfer. Kaum sitzt er im Auto, fallen ihm vom monotonen Motorengeräusch schon die Äuglein zu. Erst kurz vor Ankunft wacht er auf, erspart dem Fahrer somit die lästigste Frage aller Fragen: «Wann sind wir endlich daaa?» Das beschert dem Steuermann nicht nur Ruhe, sondern ist zugleich auch noch ein grosses Kompliment. «Der ideale Beifahrer hat Vertrauen in die Kompetenz des Fahrers und kommt damit zurecht, keine aktive Kontrolle ausüben zu können.»

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