Website hilft bei Berufswahl Wie wärs mit Job als Miss? Oder Rapper?

Im Dschungel der Berufswahl will eine neue Website Orientierung schaffen und lässt Schweizerinnen und Schweizer in Videos von ihrer Arbeit erzählen. Neben der Coiffeuse, dem Bäcker und der Buchhändlerin präsentieren auch zahlreiche Prominente ihre ungewöhnlichen und nahezu unerreichbaren Berufe. Von wegen «Lern was Anständiges!». 
Career Insights Berufswahl Miss Schweiz Dominique Rinderknecht
© iStockphoto/Screenshots Careerinsights.ch

Wie man Bildhauer, Coiffeuse oder Bäcker wird. Oder Miss Schweiz, Rapper oder Profisportler. Prominente und Nicht-Prominente verraten es in Videobeiträgen auf Careerinsights.ch.

Die Generation, der die Welt offen steht, hat ein Problem: Ihr steht die Welt offen. Lehre, Gymnasium oder Auslandaufenthalt, alles ist möglich. It's up to you! Und genau das mündet mitunter in Totalüberforderung. Abhilfe schafft seit jeher das Berufsinformationszentrum. Oder - ganz neumödig - eine Website.

Careerinsights heisst eine neue Plattform mit Videointerviews zu verschiedenen Berufen. Schweizerinnen und Schweizer berichten darin von ihren Jobs, wer sie sind, was sie tun, und sie schildern Beispiele ihrer täglichen Arbeit. «Wir sind Orientierungshilfe und Inspirationsplattform», erklärt Macher Patrick Cettier gegenüber SI online. «In Zeiten, in denen junge Menschen unzählige Optionen haben, geben wir Ihnen eine Inspiration. Anhand Menschen und deren ganz unterschiedlichen Berufen.»

Unterschiedlich sind sie in der Tat. Und mitunter auch prominent. Grégorie Knie zum Beispiel berichtet von den Tätigkeiten in seinem Liebescircus «Ohlala». Rapper Baze erzählt rauchend von seinem Alltag, den es eben gar nicht gibt. Und die soeben abgetretene Miss Schweiz Dominique Rinderknecht, 25, erklärt, was es braucht, um die Schönste des Landes zu werden.

Rapper oder Schönheitskönigin als ernstes Berufsziel für Jugendliche? Den Müttern und Vätern dürften bei diesem Gedanken die Haare zu Berge stehen. Initiant Cettier relativiert. «Die Idee ist, eine breite Vielfalt von Tätigkeiten zu vermitteln.» Ausserdem sei Ausgewogenheit wichtig. «Die Interviewten berichten auch von den Herausforderungen ihres Jobs. Büne Huber von Patent Ochsner zum Beispiel betont auch, wie viel Selbstdisziplin seine Arbeit als Musiker erfordert.»

Seit der Lancierung der Website im Sommer ist eine stolze Anzahl von rund 150 Beiträgen zusammengekommen - exemplarisch für den Berufswahl-Dschungel. Wieso sich in der Masse auch noch Schweizer Stars mit ihren sowieso schier unerreichbaren Berufe tummeln, ist fraglich. Als Marketinginstrument dürften die Prominenten aber ziehen. Cettier verweist hier auf die «gute Mischung». Und auf zwei Nutzergruppen der Plattform: «Diejenigen, die bereits ungefähr wissen, in welche Richtung es gehen soll.» Die würden sich gezielte Ideen holen, die sie in ihrem Vorhaben bestärken oder aber sie fänden eine andere Richtung. «Und zweitens diejenigen, die keine Ahnung von ihrem Berufswunsch haben. Jene haben die Chance, sich inspirieren zu lassen.»

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