Weltfrauentag Zynische Coverstorys für mehr Frauenrechte

Es ist der Tag, um der Welt einmal mehr die Augen zu öffnen: Zwangsverheiratung, Versklavung und Ausbeutung gehören vielerorts zum Alltag des «schwachen Geschlechts». Zum Weltfrauentag rüttelt eine Hilfsorganisation mit kontroversen Magazin-Titelblättern auf. Zum Beispiel mit einer Kinderbraut und der Schlagzeilen «Antrags-Stories! 583 Geschichten über Vergewaltigung, Säureangriffe und Entführung».

Eine halbe Milliarde Frauen auf der Welt werden nicht so behandelt, wie sie es eigentlich verdient hätten: Gewalt, sexuelle Übergriffe, Ausbeutung - die Liste ist endlos. Auch in Europa ist jeder dritten Frau schon einmal Gewalt angetan worden, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der EU zeigt. Der Weltfrauentag am 8. März 2014 ist der optimale Anlass, um wieder einmal auf die Missstände aufmerksam zu machen. Doch nur wer provoziert, wird gehört. Und dafür fährt «Catapult» schwere Geschütze auf.

Die Hilfsorganisation veröffentlicht auf seiner Seite drei Magazin-Cover, die auf den ersten Blick eigentlich ganz normal aussehen. Beim genaueren Betrachten fällt aber auf: Die Covergirls sind keine erwachsenen Models, sondern kleine Mädchen. Die Zeitschriften heissen nicht «Cosmopolitan» oder «Freundin», sondern «Child Bride» (Kinderbraut), «Good Slavekeeping» (Gute Sklavenhaltung) oder «Thirteen» (Dreizehn). Und die Schlagzeilen haben es mehr als nur in sich. 

«Catapults» Ziel ist es, dass dieser Weltfrauentag mehr als nur eine Headline wird. Dieses Jahr werden 14 Millionen Mädchen - manche nicht älter als acht Jahre - gegen ihren Willen verheiratet, schreibt die Organisation neben das «Child Bride»-Cover. Schätzungsweise 1.2 Millionen Kinder werden jedes Jahr versklavt. 80 Prozent davon sind Mädchen, steht auf dem Titel von «Good Slavekeeping». Und: In New York ist das Durchschnittsalter, wenn ein Mädchen das erste Mal Opfer von kommerziell sexueller Ausbeutung wird, 13. Die Aussage bezieht sich auf das Cover von «Thirteen».

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