Crowdfunding Skurril bis genial: Ideen werden Realität

Vom Salat aus der Flasche über die Baguette-Tasche bis hin zur Wunderhaube gegen die Sturmfrisur: Mittels Crowdfunding können die ungewöhnlichsten Ideen verwirklicht werden. SI online zeigt fünf kreative Projekte, die dank der Massenfinanzierung begeisterter Internet-User realisiert werden konnten.
Crowdfunding-Projekte: Teaserbild
© Montage kickstarter.com / Wowcracy.com

Ein sechs Meter grosser Kopf von Lionel Richie, eine Tasche extra fürs Baguette oder Salat aus der Flasche, Crowdfunding machts möglich.

Kredite und Investoren gehören der Vergangenheit an, seit es Crowdfunding gibt. Dabei gilt es, über Internetplattformen möglichst viele Menschen weltweit mit einer Idee so zu überzeugen, dass die einen finanziellen Beitrag leisten. Die Höhe des Betrags können die Unterstützer selbst bestimmen. Die Devise lautet: Viele kleine Spenden ergeben am Ende grosses Kapital. Damit konnten schon Musik- und Filmprojekte, kreative Gadgets oder nützliche Erfindungen umgesetzt werden. SI online zeigt ein paar Highlights:

1. 13'000 KILOMETER AUF DEM FAHRRAD
Die eineiigen Zwillinge Paul und Hansen leben in der Nähe des Bodensees und haben ein gemeinsames Hobby. Sie fahren leidenschaftlich gerne Fahrrad. Also setzten sie sich 2012 in den Kopf, von Berlin nach Shanghai zu fahren. Das sind 13'000 Kilometer im Sattel, die innerhalb von sechs Monaten absolviert werden mussten. Geschlafen haben die Zwillinge nur auf Isomatten im Zelt - Luxus gabs keinen. Darüber wollten die beiden Abenteurer ein Buch schreiben. Das Budget? Knapp 11'000 Schweizer Franken! Bloss 67 Unterstützer brauchte es, bis sie das Geld beisammen hatten. Das Buch «Zwei nach Shanghai» wurde innerhalb von 4 Monaten mehr als 10'000 mal verkauft und ist bereits in der fünften Auflage erhältlich.

Crowdfunding: Mit dem Fahrrad nach Shanghai
© via Zweinachshanghai.de

Die Zwillingsbrüder Paul und Hansen fuhren mit dem Fahrrad von Berlin bis nach Shanghai. Ein Bild einer ihrer verdienten Ruhepausen.

2. SALAT AUS DER FLASCHE
Noch nie war gesunde Ernährung so einfach. Die beiden Gartenbauingenieure Daniel Brohm und Nico Domurath haben ein Produkt entwickelt, das der Welt gefehlt hat. Auch ohne Garten können die Menschen jetzt Salat selbst anpflanzen - in einer Flasche. Kein Giessen, kein Kümmern! Ende 2013 stellten die beiden Kreativen ihr Projekt online vor - und prompt schafften sie es, 167 Supporter zu finden, die gemeinsam das Budget von 12'000 Franken zusammenbrachten. Damit konnten Brohm und Domurath in Produktion gehen und verkaufen die Salate, die aus Flaschen wachsen, jetzt im Netz.

3. EINE TASCHE - EXTRA FÜRS BAGUETTE
Morgens mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren, um ein Baguette zu holen, kann sich schwierig gestalten. Denn: Die langen Brote passen in keine Tasche. Um stilvoll mit der Ausbeute zu Hause anzukommen, hat die Design-Firma CYAN eine spezielle Tasche dafür entwickelt. Die ungewöhnliche Idee erregte auf der Crowdfunding-Plattform Wowcracy Aufsehen. Die britische Zeitung «Dailymail» betitelte die Baguette-Tasche gar als Must-Have! Zwar erhielt das Team von nur 27 Personen finanzielle Unterstützung, doch das reichte aus. Das Budget von 1200 Franken wurde knapp erreicht und die Bag kann seit dem Sommer 2013 online bestellt werden.

Crowdfunding: Baguette-Tasche
© via wowcracy.com

Stilvoller lässt sich ein Baguette wohl kaum transportieren.

4. DIE HAUBE GEGEN DIE STURMFRISUR
Wer morgens keine Zeit mehr hat unter die Dusche zu stehen, muss nicht länger mit einer wilden Frisur in den Tag starten. Das dank Max Valverde, einem amerikanischen Maschinenbauer. Seine Idee ist eine Kappe, die Wasser aufsaugt. Setzt sich der zersauste Konsument das Teil auf den Kopf und rubbelt, fühlt er sich danach wie frisch geduscht und kann seine Frisur mit wenigen Handgriffen richten. In nur fünf Sekunden sei das Haar so nass wie nach einer Dusche, heisst es auf Kickstarter.de. Durch Crowdfunding fand er 489 Menschen, die seine Projektidee unterstützten. Mit einem Budget von 5500 Franken realisierte er einen Werbespot und startete die Massenproduktion seiner «Morning Head»-Kappen.

5. ÜBERNACHTEN - IM KOPF VON LIONEL RICHIE
War es schon immer Ihr Traum, in den Kopf von Superstar Lionel Richie gucken - ja, gar hineingehen - zu können? Dank eines Crowdfunding-Aufrufs konnten die beiden Unternehmer Dave Glass und Kill Cooper die Idee im Sommer 2013 in die Tat umsetzen. 211 begeisterte Internet-User unterstützten das Projekt via Kickstarter.com und brachten ganze 7000 Franken zusammen - obwohl nur 4200 Franken nötig gewesen wären. Am viertägigen Musik-Event «Bestival» auf der Isle of Wight in England konnte der überdimensionale, aufblasbare Kopf des Musikers platziert werden. Über 60'000 Menschen gingen hinein. Im Inneren stand übrigens ein Telefon. Nahmen die Lionel-Besucher den Hörer ab, sagte die Stimme des Musikers: «Hello, is it me you´re looking for?»

Crowdfunding: Lionel Richies Head
© via Facebook

Sechs Meter gross ist der aufblasbare Kopf von Lionel Richie geworden. Die Besucher des Musik-Events «Bestival» in England waren begeistert.

Auch interessant