Die neuen Nationalräte im Porträt So strahlen Sieger: Zuberbühler & Glarner (beide SVP)

Scharfmacher, Single, Seconda. Bauer, Bobfahrer und Pausenclown: Die «Schweizer Illustrierte» zeigt die 8 spannendsten der 49 neuen Nationalräte. Im 4. Teil: David Zuberbühler und Andreas Glarner (beide SVP).

DAVID ZUBERBÜHLER, 36, SVP APPENZELL AUSERRHODEN
David «Zubi» Zuberbühler ist Historisches gelungen. Mit seiner Wahl sitzt zum ersten Mal kein FDPler für Appenzell Ausserrhoden im Nationalrat. Kein Wunder also, kullerten beim SVP-Mann am Sonntag die Tränen. «Der Wahlkampf war so anstrengend, und die anderen Kandidaten waren so stark. Dass es tatsächlich geklappt hat, ist cheibe schön!» - «Papi, Papi, heute Abend müssen wir dich im Fernsehen anschauen!», sagt Sohn Marc, 9, und springt aufgeregt im familieneigenen Schuhgeschäft auf und ab.

«Ich möchte aber kein Politiker werden, sondern Polizist!» Das war bei David anders. «Ich habe schon mit 13 davon geträumt, einmal Bundesrat zu werden.» Das politische Interesse geweckt habe die EWR-Abstimmung von 1992. Der Sekundarschüler klebt sich einen «EWR Nein!»-Kleber aufs Etui, Christoph Blocher ist sein Idol. Mit 20 gründet er mit dem heutigen SVP-Nationalrat Lukas Reimann die junge Ostschweizer SVP, wird auf Anhieb als jüngster Kandidat in den Einwohnerrat von Herisau gewählt, 2011 schafft er den Sprung in den Kantonsrat. Obwohl Zubi stramm auf SVP-Kurs politisiert, sagt er: «Ich bin kein Parteisoldat, sondern engagiere mich für die Büezer.» Etwa als er eine komplette Streichung der Austrittsentschädigungen für die Regierungsräte fordert, «eigentlich ein linkes Anliegen».

Zuberbühlers Grossvater war Schuhmacher, der Vater Marktfahrer. Von ihm hat er zusammen mit seinem älteren Bruder den Schuhhandel übernommen und ihn zu einem Unternehmen mit 34 Mitarbeitern ausgebaut. Nun muss er sein Pensum reduzieren. «Aussteigen will ich nicht. Ich muss spüren, was die Sorgen der Leute sind.» Und was braucht Zubi noch für Bern? «Ein schönes paar Schuhe.»

ANDREAS GLARNER, 53, SVP AARGAU
Andreas Glarner zieht um. Er hat in Oberwil-Lieli, wo er Gemeindeammann ist, eine 300-Quadratmeter-Wohnung gekauft. Stolz präsentiert er die neue Küche: zwei Kühlschränke, zwei Backöfen, riesige Kochinsel. Nur der Teppanyaki-Grill wurde noch nicht geliefert.

Vor einem Jahr hat sich Glarner von der Ehefrau getrennt. Nun zieht er mit seiner neuen Partnerin Nadine Fleischli zusammen. Gemeinsames Hobby der beiden: Kochen. Ihr Lieblingsgericht: Kalbskopfbäckli. Trotz neuer Frau und neuem Amt: Politisch will sich Glarner treu bleiben. Im Aargau gilt er als Hardliner im Asylbereich. «Wenn die SVP nach der Abwahl von Christoph Mörgeli einen neuen Scharfmacher in Bern braucht, bin ich gerne bereit», sagt er. Und fordert: «Wir müssen die Armee an die Grenze stellen. Sonst bekommen wir die Asylzahlen nicht in den Griff.»

Seine Partnerin stören die politischen Ansichten ihres Liebsten nicht - im Gegenteil: «Ich bin sehr stolz auf Andreas.» Unter der rauen Schale stecke ein weicher Kern: «Andreas hat extrem viel Herz.»

Weitere Porträts: In der neuen «Schweizer Illustrierten» Nr. 43 - ab 23. Oktober am Kiosk, auf Ihrem iPad oder im WebReader. Und täglich auf SI online.

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