Digitalswitzerland will Roboter in den Schulen Thymio ist der Liebling der Kinder

Er sieht aus wie ein kleiner Staubsauger. Aber er ist ein Roboter, mit dem Kinder programmieren lernen. Thymio ist Teil einer Initiative, den Primarschülern Technologie näher zu bringen.
Thymio Digitaltag
© SI online

Viertklässler aus dem Tessin zeigen, wie sie den Roboter Thymio programmiert haben.

Er ist nicht viel grösser als eine Hand, leuchtet lässig in verschiedenen Farben und kann sich im Kreise drehen. Thymio heisst der kleine Roboter, den die ETH Lausanne entwickelt hat. Er soll künftig in Schweizer Primarschulen den Kindern helfen, die Welt der Robotik zu entdecken und zu lernen, wie man programmiert und mit Technik experimentiert. Ausprobieren durfte den kleinen Helden zum ersten Mal eine 4. Klasse aus Locarno am Digitaltag in Zürich. Die Aufgabe der Schüler: Einen Thymio zu programmieren.

Der Roboter ist mit 20 Sensoren ausgestattet. Wie ein Mensch seine Sinne einsetzt, nützt der kleine Roboter seine Sensoren, wenn er unterwegs auf Objekte trifft. Seine Stimmungen zeigt Thymio durch sechs verschiedene Farben an. Leuchtet er etwa grün, ist er freundlich und folgt einem Objekt vor ihm. Bei rot ist er ängstlich und flieht vor dem, was sich ihm nähert. Der aufmerksame Thymio ist blau und reagiert auf Töne.

© Alain Herzog

Die wechselnden Farben von Thymio zeigen, ob er gute oder schlechte Laune hat.

Dank diesen Eigenschaften können die Schüler das Programmieren lernen. Sie stellen fest, dass sie Thymo dazu bringen können, mit denselben Sensoren ganz unterschiedlich zu reagieren. Programmieren können ihn die Schüler mit Gratis-Software, die ebenfalls sehr visuell ist – etwa mit graphischen Blöcken, die Schüler auf dem Computer so herumschieben können, dass sie die gewünschte Aktion ausführen. Danach müssen sie nur noch den Play-Knopf drücken. Was fanden die 4. Klässler aus dem Tessin besonders schwierig? «Die Töne zu programmieren!»

Thymio ist die Basis für die Computational-Thinking-Initiative (CTI) mit dem Ziel, den Primarschülern der Schweiz kreatives Problemlösen und Programmieren auf spielerische Weise zu vermitteln. Für Marc Walder, Gründer von Digitalswitzerland, ist die Initiative ein wichtiger erster Schritt: «Zwei von drei Primarschülern werden dereinst einen Job ausüben, den es heute noch gar nicht gibt. CTI gibt einen Impuls für die nächsten Generationen.» Mit dabei ist auch die Swisscom. Präsident Urs Schäppi sagt: «Damit sich die Wirtschaft positiv entwickelt, brauchen wir Schüler, die sich für einen technischen Beruf interessieren – deshalb ist das Projekt so wichtig.»

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