Wegen Arturos Schicksal Jetzt kämpft Greenpeace gegen den Zoo in Mendoza

Arturo macht als traurigster Eisbär der Welt Schlagzeilen. Sein Schicksal könnte nun dazu führen, dass nicht nur er, sondern auch seine exotischen Zoogenossen gerettet werden. Greenpeace Argentinien hat eine Petition gestartet, um den umstrittenen Zoo in Mendoza auf neue Standards zu setzen.

Polarbär Arturo fühlt sich seit dem Tod seines Freundes Pelusa vor zwei Jahren nicht nur allein, sondern ist auch depressiv. Was er nicht weiss: Ausserhalb seiner Gefängnismauern kämpfen Tierschützer für ihn und seine Nachbarn im Zoo von Mendoza in Argentinien. Arturo bekommt seine Leidensgenossen zwar wegen seinem tiefangelegten Gehege nie zu Gesicht, doch denen geht es unwesentlich besser. Ob Elefant, Löwe oder Ziege - alle Tiere haben ein kleines und karges Zuhause gemeinsam.

Arturo könnte nun ihr Held werden. Greenpeace Argentinien hat am 24. Juli 2014 ein juristisches Projekt lanciert. Darin zeigen sie auf, wie sie den Zoo von Mendoza zu einem Ökopark umwandeln wollen - in Zusammenarbeit mit sieben Organisationen aus Mendoza. «Dieses Projekt zielt darauf ab, die Situation von Eisbär Arturo, der schon mehr als 20 Jahre in diesem Zoo lebt, zu verbessern. Als erstes soll ein möglicher Transfer erneut geprüft werden. Sollte ein Transfer nicht möglich sein, dann müssen wir seine Lebensqualität verbessern», heisst es auf der Website.

Der Entwurf sieht nicht nur eine ärztliche Untersuchung von Arturo vor, sondern auch von allen anderen exotischen Tieren. Die Untersuchung soll zeigen, ob ihr Gesundheitszustand eine Verlagerung
in ihre Herkunftsregionen erlaubt. Ansonsten muss die Tierhaltung und ­Pflege im Zoo von Mendoza unbedingt an die internationalen Standards des Tierschutzes angepasst werden, so die Forderung. «Das
Projekt möchte in Zukunft solche Fälle wie den von Arturo verhindern, und dafür sorgen, dass nicht einheimische Tiere in unseren Zoos nicht mehr akzeptiert werden.»

1 MILLION UNTERSCHRIFTEN FÜR ARTURO
Arturs herzzerreissende Geschichte wurde Mitte Juli über die argentinische Landesgrenze bekannt und rief nicht nur Tierschützer, sondern auch Prominente wie Sängerin Cher auf den Plan. Ob Arturo ein besseres Leben überhaupt noch erleben wird, ist ungewiss. Eine bisherige Forderung, in der Tierschützer ihn nach Kanada transferieren wollten, wurde abgelehnt. Gemäss dem Zoodirektor lässt Arturos Gesundheitszustand dies nicht zu. Der Eisbär würde die zweitägige Reise nicht überleben.

Auf Chance.org kämpft auch Laura Morales - bis eine Lösung gefunden ist. Bisher haben 849'101 Leute ihre Petition unterzeichnet (Stand: 4. August, 11.22 Uhr), doch es braucht insgesamt 1 Million Unterschriften, damit Morales die Petition an die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner weiterreichen kann.

Die Fotos in der Bildergalerie stammen von SI-Redaktorin Aurelia Forrer. Sie besuchte den argentinischen Zoo vor drei Jahren und hielt das Elend auf Kamera fest.

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