Facebook-Nominationen «Ich bi gumpet, jetzt du!» - zur Hölle mit euch!

Diese elenden Gruppenspiele auf Facebook nerven. Redaktorin Barbara Lanz möchte nirgendwo reinspringen und auch niemanden für irgendetwas «nominieren». Schliesslich war das schon früher nicht lustig.
Facebook Trend Wasser springen
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Du sollst nicht springen!

Es ist zum Haaröl brünzeln! Seit Wochen, ach was, seit Monaten kursieren auf Facebook diese «Nominationen», bei denen sogenannte «Freunde» andere zu einem Sprung ins Wasser verpflichten. Politiker springen, Missen springen, Normalos springen, alles gumpt und nominiert und lacht hämisch über jene, die an einem regnerischen Frühlingstag samt Kleidern in irgendeinem Gewässer fast den Kälteschock-Tod erleiden.

Jetzt kommt natürlich schon der nächste Seich: Kinderfotos posten und Weiternominieren. «Ich nime dä und dä und dä, ihr händ 48 Stund Ziit suscht gits en Znacht für mich.» Hihihihi, so lustig.

Aber jetzt ernsthaft: Was soll der Seich? Was ist daran lustig? Und wäre es nicht eben eigentlich viel lustiger, wenn man diesen dämlichen Wassersprung nicht machen würde und dafür mit den drei «Nominatoren» diesen elenden Kasten Bier saufen täte? Oder eben für die affigen Kinderfötelifreaks diesen doofen Znacht kochen und auch dazu am besten noch einen Kasten Bier servieren würde? Ach nein, das geht ja auch nicht mehr, weil so überhaupt erst alles angefangen hat auf diesem Facebook: «Du muesch es Bier exe, suscht...» 

Dabei waren wir doch so glücklich, gewisse Dinge aus unserer Jugend hinter uns gelassen zu haben:

Kettenbrief - «Wenn Du ihn nicht weiterleitest, bist du morgen tot.»
Teig-Hermann - «Lueg, do, es Zipfeli vo mim Hefeteigli zum Wiiterzüchte.»
Kefir-Kreis - «Weisch, es isch wie es Baby. Das muesch etz id Milch lege und denn wachsts und es git Jogurt. Und wehe, Du lohsch es sterbe.» ?!?!

Kefir Facebook Trend Wasserspiel
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Kefir. Wäk.

Der klassische Gruppenzwang wurde zum Gruppenzwang 2.0. Und weil wir ja alle total 2.0 sind, kann man nicht mal wie früher, auf dem Schueli, einfach davonrennen oder dem Kettenbrief-Überbringer gepflegt den Haken stellen und flüstern «ohoh, Du häsch glaub öppis falsch gmacht...». Gut, man kann natürlich - im Falle einer «Nomination» - mal wieder seine Facebook-Freunde filtern bzw. löschen und den Spielverderber geben. Kann man imfall wirklich. Ohne schlechtes Gewissen. Denn, und das ist jetzt einfach mal ein Fakt, das Ganze ist in etwa genau so doof wie der Diddl-Hype damals. Oder Buffalo-Schuhe. Zur Hölle mit euch.

Oder um es in einem Satz zu sagen, der früher mal sauglatt war, aber auch nur, weil man 12 war und über vieles lachte:

Wer das liest, ist ein Esel.

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