Fall Funda Yilmaz Gemeinderat will Türkin nun doch einbürgern

Überraschende Wende im Fall Funda Yilmaz: Die junge Türkin aus Buchs AG soll nun doch den roten Pass erhalten dürfen. Der Gemeinderat bringt den Fall nochmals vor den Einwohnerrat. Dies obschon vom Regierungsrat noch kein Entscheid vorliegt.
Einbürgerung Funda Yilmaz Buchs AG
© Pascal Mora

Neue Schlagzeilen im Fall Funda Yilmaz: Der Gemeinderat will die 25-jährige Türkin aus Buchs AG nun doch einbürgern. Laut einem Bericht der «Aargauer Zeitung» bringt der Gemeinderat den Fall nochmals vor den Einwohnerrat. Demnach ist die Einbürgerung von «Yimaz, Fulden Funda» als Traktandum für die Einwohnerratssitzung vom 18. Oktober 2017 erneut aufgeführt.

Dies nachdem der Einwohnerrat die Einbürgerung der jungen Frau am 20. Juni dieses Jahres abgelehnt hatte. Der Entscheid hatte damals einen Sturm der Entrüstung ausgelöst und Yilmaz hatte daraufhin Beschwerde beim Aargauer Regierungsrat eingereicht. Der Entscheid des Regierungsrats ist immer noch ausstehend. Die «Schweizer Illustrierte» veröffentlichte damals das gesamte Einbürgerungsprotokoll, worin ersichtlich wurde, dass die Kriterien für die Einbürgerung aussergewöhnlich hoch angelegt wurden.

Dieses Mal empfiehlt der Gemeinderat die Einbürgerung der Türkin. «Seit dem Beschluss des Einwohnerrats entstand der Eindruck, dass Frau Yilmaz besser in der Schweiz integriert ist, als dass sie anlässlich der beiden Gespräche mit der Einbürgerungskommission aufzuzeigen vermochte», schreibt der Gemeinderat laut «Aargauer Zeitung». Diese weiteren Informationen hätten «zu einem anderen Ausgang des Verfahrens führen können», heisst es weiter.

Der Gemeindrat beauftragte deshalb die Einbürgerungskommission, diese neuen Informationen zu überprüfen. Aus der Botschaft des Einwohnerrats gehe hervor, dass die Einbürgerungskommission sich weigerte, dieses Gespräch zu führen. Danach schalteten sich Gemeindeammann Urs Affolter und Gemeinderat Anton Kleiber in die Diskussion ein. Nach neuen Gesprächen mit Funda Yilmaz ist für den Gemeinderat nun klar: «Zusammenfassend ist festzustellen, dass Frau Yilmaz genügend in der Schweiz integriert ist.»

Die Geschichte von Funda Yilmaz

Die heute 25-Jährige ist in Aarau in eine türkische Familie geboren worden. Sie hat immer in der Region gewohnt und besuchte hier die Schule. Trotz perfektem Schweizerdeutsch, einwandfreiem Leumund, stabiler Lebenssituation - Funda Yilmaz ist mit einem Schweizer verlobt - und Plänen für ein Studium wurde ihr Einbürgerungsgesuch auf Antrag des Gemeinderats damals abgelehnt.

 
Einbürgerung Funda Yilmaz Buchs AG
© Pascal Mora

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Grund dafür war, dass Funda Yilmaz bei zwei Gesprächen mit der Einbürgerungskommission nicht besonders gut abgeschnitten hatte. Es fehle Yilmaz an genügend Wissen über die Schweiz und die Region, sie sei zu wenig integriert, hiess es in der Begründung. Und das obschon die 25-Jährige den Staatskundetest ohne Fehler bestanden hatte. Dass sie nicht Schweizerin werden darf, hatte über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen gesorgt.

Nun scheint für die junge Türkin und ihren Verlobten, Nico, ein Happy-End in Sicht: Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Einwohnerrat bei seiner Sitzung am 18. Oktober 2017 das Einbürgerungsgesuch im zweiten Anlauf annehmen wird.

 
 
 
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