Familiensache: Hoch über dem Nebel Im Ballon der Sonne entgegen

Genug vom Nebel im Winter? Dann ab in die Höhe! Am schnellsten gehts per Heissluftballon, wie Grosseltern und Enkelkinder Rothenberger im St. Galler Rheintal erleben durften. 

So ein bisschen mulmig zumute ist ihr schon, als sie den Korb sieht, in dem sie gleich Hunderte Meter in den Himmel fahren wird, gibt Lomé Rothenberger, 8, zu. Ihrem Bruder Ruben, 12, nicht. «Ich freue mich!» Ebenso die Grosseltern der beiden, Margrit und Hans Rothenberger, die mit ihnen für das Abenteuer aus Zürich ins St. Galler Rheintal gefahren sind. «Das ist unsere Jungfernfahrt!»

Als Lomé hört, wie viele Ballonfahrten ihr Pilot Eugen Nussbaumer schon gemacht hat, überwiegt auch bei ihr die Vorfreude. In 25 Jahren hat er über 2200 Mal Passagiere mit in die Luft genommen. Zum Ballonfahren kam er durchs Fallschirmspringen, weil er manchmal aus dem Korb springt. Er war früher sogar Mitglied des Nationalteams der Paraskifahrer, die Fallschirm-Zielspringen mit Riesenslalom kombinieren. Heute besitzt er mit seiner Firma skyfun.ch sieben Ballone, darunter auch den grössten in der Schweiz mit Platz für 16 Personen.

Für die Fahrt mit Rothenbergers hat er den Sechsplätzer parat gemacht. In der Wiese neben dem Strandbad Bruggerhorn in St. Margrethen SG direkt am Rheinufer rollt er den 30 Meter langen Ballon aus. Und spannt die Gäste gleich zur Mithilfe ein: Sie lösen die Bändel, die den Ballon zusammenhalten, breiten ihn aus und halten die Ballonöffnung auf, damit er ihn mit dem Ventilator aufblasen kann. Nach 20 Minuten ist der Ballon prall gefüllt, und Ruben und Lomé dürfen in Socken hinein in den riesigen «Walbauch». Danach heizt Nussbaumer mit dem Brenner die Luft im Ballon auf, sodass er sich aufstellt.

«Einsteigen bitte!» Rothenbergers und ihre Enkel klettern in den Korb, Nussbaumer löst die Leinen, und ab gehts, kerzengerade hinauf, wie in einem Lift in den Himmel. Kaum haben sie den Rhein überquert, landen sie nochmals kurz, um die Fotografin abzuholen, die den Ballon noch von aussen fotografierte. «Haltet euch gut an den Griffen an der Korbinnenseite fest!», ruft Eugen Nussbaumer, und gleich merken sie, warum: Es schüttelt sie ganz schön durch, als der Korb auf der Wiese aufprallt und in Schräglage noch etwas weiterschleift!

Dann gehts ruck, zuck hoch in den Himmel, über die Landesgrenze ins Vorarlbergische. Vom Bodensee her kriecht der Nebel das Rheintal herauf, und bald sehen sie statt dem See nur noch das Nebelmeer. Aber Dornbirn (Ö) und die Berge dahinter liegen in der Sonne, und der Wind trägt sie dorthin. «Dort bewegt sich etwas!», ruft Ruben, auf die Felder unter ihnen zeigend. «Ein Fasan», meint Nussbaumer. Es folgen zwei Gruppen Rehe und noch manch ein Hase. «Hier kommt man sich vor wie auf Kleintiersafari!»

Der Nebel breitet sich weiter aus. Per Funk gibt Nussbaumer seinem Nachfahrer, der ihnen mit dem Transportwagen folgt, ihre Koordinaten durch. Dann sinkt der Ballon durch die dicke «Watte». Kurz vor der Landung wieder Nussbaumers Befehl: «Alle festhalten!» Unter der Nebeldecke ist es kühl und feucht. Bis sie alles zusammengeräumt und einen wärmenden Tee getrunken haben, ist auch der Transporter da. Auf dem Heimweg zurück über die Grenze nach St. Margrethen meint Lomé: «Jetzt kann ich morgen in der Schule allen erzählen, ich sei in Österreich gewesen!» Und erst noch auf Safari!

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