Familiensache im Alimentarium Futter für hungrige Geister

Was esse ich, wie esse ich, warum esse ich? Das Ernährungs-Museum Alimentarium in Vevey VD tischt auf spielerische Art und Weise diese Fragen auf und serviert innovativ und experimentell die Antworten dazu.

Essen – die Essenz des Lebens! Der Titel der Ausstellung im Ernährungs-Museum Alimentarium in Vevey VD fasst es in einem Satz zusammen: Nahrung ist Leben. Was esse ich? Wie esse ich? Und warum esse ich? Diese Fragen tischt das Museum, im Herzen der Waadtländer Riviera gelegen, innovativ und überraschend auf.

Nahrung ist ein Thema, das alle anspricht, auch Familie Zaugg aus Bern. Tagtäglich setzen sie sich, wie jede Familie, damit auseinander. Im neu eröffneten Alimentarium wollen Michael, 42, und Rilana, 38, mit ihren drei Kindern Joël, 11, Janic, 9, und Sarina, 6, der Materie darum auf den Grund gehen. Die Antworten dazu serviert ihnen die Dauerausstellung häppchenweise spielerisch und interaktiv.

Das 1985 gegründete Alimentarium, eine Nestlé-Stiftung, ist das erste und einzige ganz dem Thema der menschlichen Ernährung gewidmete Museum. «Wir versuchen, uns als weltweit anerkanntes Zentrum für Essen und Ernährung zu etablieren», sagt Direktorin Ursula Zeller. Das gesamte Wissen des Alimentariums ist darum auch online zugänglich.

Die vergangenen neun Monate wurde das Museum einem kompletten Umbau unterzogen. Es präsentiert sich nun unkonventionell und experimentierfreudig wie die neueste Fusion-Cuisine. Das Gebäude indes hat seine imposante neoklassizistische Fassade behalten. Direkt an den Gestaden des Lac Léman thront die 2202 Quadratmeter grosse Villa im Stil eines französischen Herrschaftssitzes.

Die Zauggs schlendern durch den Garten vor der monumentalen Kulisse, bestaunen Kräuter und blühende Artischocken, die die Besucher später in den verschiedenen Koch-Workshops zu «kulinarischen Kunstwerken» verarbeiten können. Denn hier werden alle Sinne angeregt – das Studienobjekt Nahrung wird ganzheitlich erfahren. Die Kinder sind aufgeregt, weil sie später in der sogenannten Junior-Academy für ihre Eltern eine frische Pastasauce zubereiten dürfen.

Vorher besichtigen sie noch die Dauerausstellung, die in drei Teile gegliedert ist: Essen, Gesellschaft und Körper. Im Bereich Gesellschaft wird vor allem der soziokulturelle Aspekt der Ernährung erörtert. Wie sehen weltweit die verschiedenen Essgewohnheiten aus? Welche Konsequenzen hat die Ernährung auf Gesundheit und Umwelt? Rilana, Hausfrau und Büroangestellte, hat für sich persönlich den Ansatz gefunden, «so lokal und saisonal wie möglich zu kochen». Trotzdem ist ihr ein entspanntes und weniger dogmatisches Essen-Erlebnis wichtig: «Es dürfen ruhig auch Fischstäbli und Ketchup auf den Tisch kommen.»

Dennoch erklären Rilana und Michael ihren Kindern, woher die Nahrung kommt. In den Ferien wird da auch mal zusammen gefischt. Und bevor die Forelle gedämpft auf dem Tisch steht, hat Sozialpädagoge Michael sie selbst ausgenommen – vor den interessierten Augen seiner Kinder. Die sind übrigens bereits in den nächsten Themenbereich des Museums gestürmt.

Wie wird das Essen vom Körper aufgenommen? Joël, Janic und Sarina gehen durch einen vergrösserten Darmabschnitt und lauschen begeistert den gurgelnden und blubbernden Geräuschen, die so ein Darm von sich gibt.

Highlight für die Kids ist aber ganz klar der Game-Room. Beim Spiel «Digestix» hüpfen sie von einem überdimensionierten digitalisierten Dünndarm zum Dickdarm. Gewonnen hat, bei wem am Schluss die Nahrung – verdaut und aufgespalten – schön und geschmeidig herausploppen kann. Hier im Alimentarium hat der Darm definitiv viel Charme!

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