Schönheit über 50 Karin Keller-Sutter übers Altern: «Eine OP kommt nicht in Frage»

Nervengift im Gesicht, Kunststoff im Busen, Pölsterli in den Wangen - warum tun Frauen sich das an? Wir haben mit prominenten Frauen gesprochen, die bewusst auf Schönheitschirurgie verzichten. Im Auftakt unserer sechsteiligen Interview-Serie spricht die St. Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter.
Karin Keller-Sutter vor dem Bundeshaus
© Geri Born

Für die St. Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter, 49, kommt eine Schönheits-OP nicht in Frage: «Freiwillig lege ich mich nicht unters Messer.»

SI online: Karin Keller-Sutter, am 22. Dezember werden Sie 50 Jahre alt. Mit welchen Gefühlen schauen Sie diesem Geburtstag entgegen?
Karin Keller-Sutter: Ich freue mich darauf, mache ein Fest mit Familie und Freunden. Ich will nicht mehr 20 sein. Mit 50 bringt einen nicht mehr so schnell etwas aus der Ruhe. Und die Werte verschieben sich, gewisse Dinge schaut man anders an als früher.

Manch eine Frau wünscht sich dann die eine oder andere Falte weg...
Wenn ich Fotos von früher ansehe, erkenne ich natürlich schon einen Unterschied… Dann habe ich auch schon gesagt: «Ich komme langsam in ein Alter, in dem es vorteilhafter ist, ältere Fotos abzudrucken» (lacht). Aber ich finde es natürlich. Eine Schönheits-OP kommt für mich nicht in Frage. Das sind ja auch medizinische Eingriffe, und so etwas würde ich nur machen, wenn es notwendig ist, bei einer Krankheit oder unausweichlichen Operation. Ich bin zufrieden, habe interessante Aufgaben, bin gesund. Mit einem gewissen Alter bekommt man die Gelassenheit, dass das Aussehen nicht das Wichtigste ist.

Gibt es dennoch etwas, das Sie ein bisschen stört, wenn sie in den Spiegel schauen?
Ach, ich habe gar nicht so viel Zeit, darüber nachzudenken. Natürlich, wenn eine Hose etwas mehr spannt auf den Hüften, fällt mir das schon auf. Aber die Figur verändert sich halt einfach mit den Jahren.

Wie halten Sie sich in Form?
Ich bewege mich viel, gehe jeden Morgen früh mit unserem Hund laufen und achte darauf, dass ich auch sonst oft zu Fuss gehe. Aber ein spezielles Work-out mache ich nicht. Als Vegetariern esse ich viele Lebensmittel, die gesund sind, ich mag Gemüse, Früchte und Fisch. Ich habe aber auch sehr gern Süsses. 

Was gönnen Sie sich?
Ich liebe Gummibärli, Schoggi, Guetsli, Glacé, ich backe auch sehr gern - und bin selber eine gute Abnehmerin meiner Kuchen… (Lacht) Ich versuche mich aber zu kontrollieren. Denn da muss man einfach ehrlich sein: Wenn man ab einem gewissen Alter - etwa mit 40 fängt das an - einigermassen seine Figur halten will, muss man sich mehr bewegen und weniger essen. 

Reagieren die Männer heute anders auf Sie als noch mit 25?
Ja, definitiv - sie nehmen mich ernster. Wenn man sich in der Politik oder Wirtschaft etabliert hat, hat man wohl ein anderes Verhältnis. Da geht es um Inhalte. Das ist natürlich anders, als wenn jemand eine junge Frau anspricht.

Wie wird man so gelassen älter wie Sie?
Wichtig ist, dass man seinen Weg geht, sich so akzeptiert, wie man ist, nicht etwas anderes sein will. In jungen Jahren, wenn man sich selber sucht, kann man noch verschiedene Rollen ausprobieren. Je älter man wird, desto weniger geht das auf. Ich finde, viele Frauen sehen mit 30, 40 Jahren besser aus als mit 20. Weil sie ihre Persönlichkeit gefunden haben.

Porträt FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter
© Geri Born

«Wichtig ist, dass man seinen Weg geht, nicht etwas anderes sein will», sagt Karin Keller-Sutter.

Im zweiten Teil unserer Serie gibt Beatrice Tschanz zu, schon einmal mit einer Schönheits-OP geliebäugelt zu haben. Lesen Sie das Interview mit der Kommunikationsfachfrau am Samstag, 30. November - auf SI online.

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